Bell

Bellevue

Maag

Flüela

Elsau

Bremen

Heinrich Areal

Lattenbach

Triemli

Thurgauerstrasse

Koch-Areal

Papieri

Burgdorf

Solaris

Städtebau und Vernetzung
Das Hochbord-Quartier Dübendorf, am Stadtrand Zürichs, erfährt aktuell eine Entwicklung von einer industriellen und gewerblichen Struktur hin zu einem gemischt genutzten Stadtquartier. Neu Projekte für Wohnen und Dienstleistung wechseln sich mit bestehenden grossmassstäblichen Bebauungen ab. Anstelle eines einheitlichen Stadtkörpers entstehen auf den einzelnen Baufeldern solitäre Areale, deren Bauten unterschiedlichen städtebaulichen und architektonischen Konzepten folgen. Erforderlich ist daher die Entwicklung eines Projektes mit eigenständiger Identität.
Der Entwurf für das Areal an der Ecke Sonnental-/Zürichstrasse bezieht sich gleichermassen auf das städtebauliche Konzept des Richtplanes wie die laufende planerische und bauliche Entwicklung in der unmittelbaren Nachbarschaft des Areals: Es sieht eine Randbebauung aus einzelnen Baukörpern vor, eine Art offener Blockrand. Diese setzt sich aus drei Bautypen zusammen: zwei schlanke, strassenbezogene Baukörper mit vier Geschossen, einen parkbezogenen, tieferen Baukörper mit acht Geschossen (sieben Vollgeschosse und eine «Attika») sowie ein Volumen mit sechs Geschossen an der Sonnentalstrasse. Die Baukörper umschliessen einen Hof, die gemeinschaftliche Mitte des Areals. Er schafft Identität für die neue Überbauung und dient der Erschliessung: die «offenen Ecken» schaffen vier Zugänge und verknüpfen das Areal mit dem öffentlichen Verkehr und dem Quartier Hochbord.

Nutzungsverteilung und Wohnen
Die Nutzungsverteilung folgt dem städtebaulichen Konzept. Die Wohnnutzungen werden im parkbezogenen, höheren Baukörper, das heisst lärmgeschützt, konzentriert. Die strassenbegleitenden Bauten nehmen Flächen für Verkauf, Gewerbe und verschiedene Formen der Büronutzung auf. Das Dachgeschoss des Hauses an der Ringstrasse wird wiederum für das Wohnen genutzt.
Innerhalb der städtebaulich-volumetrischen Setzung ist eine grosse Vielfalt an unterschiedlichen Wohnungen möglich, ohne dabei die Rationalität und Regelhaftigkeit des Entwurfs in Frage zu stellen. Es resultieren pro Wohnungsgrösse zwischen zwei (1.5-Zimmer-Wohnungen) und acht (3.5-Zimmer-Wohnungen) verschiedene Wohnangebote. Diese reichen von kleinen Atelier-Maisonetten am Hof über Erdgeschoss-Gartenwohnungen (2.5- bis 4.5-Zimmer-Wohnungen) bis zu Attikawohnungen mit grossen Dachterrassen. Die einfachen Grundrisse zeichnen sich durch Flächeneffizienz, gute Belichtung, nutzungsneutrale Räume und eine hohe Gebrauchstauglichkeit aus. Die erdgeschossigen Gewerbe- und Verkaufsflächen besitzen über die Ring- und Zürichstrasse eine hohe Visibilität.

Strassen- und Aussenräume
Mit dem Projekt werden die Strassenräume gestärkt. Innerhalb des Areals werden unterschiedliche Freiraumtypen geschaffen. Der Hof bildet die identitätsstiftende Mitte mit verschiedenen Nutzungsbereichen und Belagsarten: von hier aus werden sämtliche Wohnungen und Büroflächen erschlossen und beliefert. Die Wohnungen im westlichen Erdgeschoss verfügen über eigene, private Vorgärten. Ebenfalls im Westen befindet sich in direktem Anschluss an den Park ein ruhiger Kinderspielplatz. Ergänzt wird das Angebot durch gemeinschaftliche und private Dachterrassen. Es besteht eine klare Gliederung in öffentliche (Strassenraum), halböffentliche (Hof), gemeinschaftliche (Dachterrassen) und private (Balkone und Dachterrassen) Aussenräume. Die Balkone sind hinsichtlich der Baumasse optimiert und nicht abgestützt.

Architektur
Die Bauten weisen einen eigenständigen und prägnanten Ausdruck auf. Bestimmend sind an den farbig verputzten Häusern die «hängenden» Balkone und Erschliessungen in weiss und dunkelgrau gespritztem Stahl. Die Häuser sprechen von einem gemischt genutzten, städtischen Areal und verweisen auf den ehemals gewerblichen Charakter des Hochbords. Die Fassadenmaterialisierung ist robust und wirtschaftlich.

Rationalität und Wirtschaftlichkeit
Das Projekt ist in allen Bereichen auf eine wirtschaftliche und preisgünstige Realisierung ausgerichtet. Es schöpft die zulässige Ausnützung voll aus, verfügt über kompakte und teilweise tiefe Baukörper und eine effiziente Erschliessung. Es besteht ein hoher Wiederholungsgrad hinsichtlich der Grundrisstypen und der Bauteile. An den vertikalen Haustechnikerschliessungen sind pro Geschoss je zwei Küchen und zwei Bäder angeschlossen. Die Lastabtragung erfolgt durchgehend vertikal und ist auf die Parkierung abgestimmt.

Wache Nord

Städtebau, Volumetrie und Ausdruck
Die neue Wache Nord führt in ihrer städtebaulichen Setzung, der Volumetrie sowie im architektonischen Ausdruck den grossen Massstab, die flächige Ausdehnung und den industriellen Charakter der Nachbarschaft im ehemaligen Industriequartier Oerlikon fort. Gleichzeitig setzt das Gebäude an der Binzmühlestrasse auf einen markanten Ausdruck, der die Anonymität der bestehenden Strassenflucht aufhebt und eine Adresse für die Wache Nord mit Zentraler Einsatzlogistik (ZEL) ausbildet: Hier erscheint der Bau als dreischiffige Anlage mit einem mittleren, hohen Gebäudetrakt und zwei flacheren, ausladenden Seitenarmen.
Die beabsichtigte Wertigkeit der Fassade an der Binzmühlestrasse wird gegenüber den verputzten Seitenfassaden über den roten Stein des Klinkers und den erhöhten Dachschild aus Aluminiumpaneelen unterstrichen. Die städtebauliche Bedeutung des neuen «Gesichtes» wird zudem über die grossmassstäbliche Komposition von offenen und geschlossenen Fassadenfeldern sowie einer plastisch vortretenden Wendeltreppe hervorgehoben, die im Erdgeschoss einen Haupteingang markiert. Damit erhält das Gebäude neben den vorgegebenen Zugängen auch eine sichtbare Adresse an der Binzmühlestrasse. Dieser Eingang kann unter anderem der direkten Erschliessung der im Rahmen einer 2. Etappe vorgesehenen Aufstockung mit Büros im 5. Obergeschoss dienen.
Der vorgeschlagene Gebäudekomplex für die neue Wache mit ZEL besteht aus einem mittleren drei- respektive fünfgeschossigen Haupttrakt und zwei flacheren Seitentrakten. Der Haupttrakt in Skelettbauweise nimmt die unterschiedlich grossen Räume des Einsatzes und der Logistik auf. In den «angehängten» Seitentrakten sind die weitgehend stützenfreien und hohen Hallenräume untergebracht, die den grossräumigen Nutzungen dienen (Fahrzeughalle, Werkstatt, Einstellhalle, Anlieferung). Zwischen den teilweise hohen Unterzügen dieser Räume sind weitere Logistikräume und Bereiche des Einsatzes «eingehängt». Die prägnante Volumetrie begründet sich folglich aus städtebaulichen, programmatischen und statischen Überlegungen: Sie ist gleichzeitig gestaltgebende Figur wie auch Abbild des betrieblichen Konzeptes.

Erschliessung, Verkehr und Aussenraum
Die Zu- und Wegfahrt sämtlicher motorisierter Fahrzeuge erfolgt wie vorgegeben über den nördlich angebundenen Zugangsweg ab der Eduard-Imhof-Strasse. Davon ausgenommen ist die Ausfahrt für Ersteinsatzfahrzeuge direkt an der Binzmühlestrasse. Mitarbeitende wie auch Besucher, die zu Fuss kommen, gelangen ebenfalls über die Eduard-Imhof-Strasse zum Gebäude. Alternativ ist es möglich, Besucher direkt über den Eingang an der Binzmühlestrasse zu empfangen.
Der arealinterne Verkehrsraum wird über den Umriss der Gebäudefigur strukturiert und organisiert. Von der Eduard-Imhof-Strasse her kommend verzweigt sich der Verkehr in einen östlichen und einen westlichen Bereich. Im westlichen Teil, unmittelbar bei der Arealzufahrt, werden die stärker frequentierten Nutzungen erreicht: die Einfahrt in die Tiefgaragen, die Anlieferung sowie die Werkstätten. Über den östlichen Teil kommen die Einsatzfahrzeuge zurück und wird die Halle der Container-Stellplätze erreicht. Hier sind deutlich weniger Bewegungen zu erwarten. Auf beiden Seiten wird über je zwei Seitentrakte und den Haupttrakt ein Halbhof gebildet. Neben dem Rangieren der Fahrzeuge dienen diese zentralen, multifunktionalen Räume dem Retablieren etc.. Beide Halbhöfe sind mit einer leichten, lichtdurchlässigen Stahl-Glas-Konstruktion vor der Witterung geschützt.
Neben den befestigten Flächen sind ausreichend Ruderalflächen und Gehölze, sowohl im Erdgeschoss wie auch auf den Dachflächen der Seitentrakte und auf dem Hauptdach vorgesehen. Der Grünbereich an der Binzmühlestrasse soll als Verlängerung des bestehenden, östlichen Streifens und als Teil des Strassenraumes verstanden und deshalb nicht abgezäunt werden. Die Zäune schliessen in der Fassadenflucht an.

Zugänge und Erschliessung innerhalb des Gebäudes
Die neue Wache besitzt drei Zugänge. Ein erster für Besucher und Mitarbeiter befindet sich wie beschrieben direkt an der Binzmühlestrasse, die anderen beiden Eingänge sind vom östlichen respektive vom westlichen Halbhof zu erreichen. Damit können einzelne Nutzungsbereiche direkt erschlossen werden und die Wege im Gebäude werden verkürzt.
Im Innern sorgen zwei Treppenanlagen, die eine ist dem Einsatz in der südlichen, die andere der Logistik in der nördlichen Gebäudehälfte zugeordnet, sowie drei Lifte (zwei davon Warenlifte) für einen reibungslosen Ablauf im Betrieb. Ein Warenlift ist der Logistik vorbehalten, der andere bedient die Bereiche Werkstatt, sekundär Logistik und Einsatz. Der dritte Lift dient primär der Personenbeförderung im Bereich des Einsatzes und sekundär dem Transport kleinerer Güter. Da sich Waren- und Leanlift zweiseitig öffnen lassen, werden darüber sämtliche Niveaus erschlossen, die sich aus den unterschiedlichen Anforderungen an die Raumhöhen ergeben.
Die horizontale Erschliessung auf den Geschossen erfolgt mehrheitlich über Korridore, die ringförmig und auf den Geschossen wiederkehrend gleich angelegt sind. Damit ist eine einfache Orientierung möglich. Neben der Erschliessung sämtlicher Räume verbinden die Korridore die Vertikalerschliessungen untereinander. Innere, nutzungsübergreifende Sichtverbindungen über Verglasungen unterstützen die Übersichtlichkeit und gewährleisten eine gute Orientierung innerhalb des Gebäudes.

Programm und Betrieb
Die primäre Gliederung der Nutzung entspricht der plastischen Durchbildung des Baukörpers mit dem mittleren, hohen Haupttrakt und den vier flacheren Seitentrakten. Innerhalb des Haupttraktes besteht eine Zweiteilung in einen nördlichen Logistikbereich mit den Seitenbauten der Anlieferung (nordwestliche offene Halle) und der Container-Stellplätze (nordöstliche Halle) sowie einen südlichen Einsatzbereich mit den Seitenbauten von Fahrzeughalle (südöstliche Halle) und Werkstatt (südwestliche Halle). Aufgrund unterschiedlicher Raumhöhen entsprechen die drei Geschosse der nördlichen Logistik fünf Geschossen für Einsatz und Büro an der Binzmühlestrasse.
Das Erdgeschoss wird bestimmt durch eine hohe Permeabilität zwischen Innen und Aussen, die eine direkte und effiziente Erschliessung des Gebäudes mit Personen, Fahrzeugen und Waren sicherstellt. Das 1. Obergeschoss des Haupttraktes ist als «Zwischengeschoss» über dem Erdgeschoss eingefügt. Nördlich schliesst es an die überhohen Räume der Logistik an. In Querrichtung verbindet es als «Brücke» die Werkstatthalle mit der Einstellhalle der Einsatzfahrzeuge. Hier sind die wichtigen Räume des Einsatzes wie das Büro des Stützpunktchefs oder der Einsatzraum aufgereiht. Der Einsatzraum besetzt eine wichtige Schaltstelle mit Anschluss an zwei Fassaden, nämlich an die äussere Fassade der Binzmühlestrasse, sowie an die innere der Fahrzeughalle. Damit sind Sichtverbindungen in die Halle sowie auf Strasse gewährleistet.
Das 2. Obergeschoss ist mit den Aufenthalts-, Rapport- und Essräumen (Einsatz) sowie dem Textillager und der Schneiderei (Logistik) das «öffentlichste» Geschoss und stellt mit einer Raumhöhe von 3.5 Metern ein eigentliches «Piano nobile» dar, was auch an der Hauptfassade zur Binzmühlestrasse ablesbar ist. Über den beiden nördlichen Seitentrakten sind hier zusätzliche Lagerräume der Logistik untergebracht.
Ab dem 3. bis zum 4. (respektive 5.) Obergeschoss tritt das Volumen des Haupttraktes deutlich über die Seitenbauten heraus. Im 3. Obergeschoss befinden sich im Süden die Ruhe- und Aufenthaltsräume für die Feuerwehr und den Rettungsdienst (Einsatz); dieses Geschoss ist deswegen eher als ruhiges und «privates» Geschoss gedacht. Der nördliche Bereich des 3. Obergeschosses ist zweigeschossig. Hier sind die Räume für die Kommissionierung, die Kleingerätewerkstatt und die Metallbearbeitung untergebracht (Logistik). Das 4. Obergeschoss ist wiederum ein «Zwischengeschoss» und nur im südlichen Bereich des Haupttraktes ausgebildet. Hier befinden sich Büros, Sanitätsräume (Infrastruktur), Sportraum (Einsatz) sowie Technikräume.
Als Erweiterung der 2. Etappe wird eine Aufstockung im 5. Obergeschoss für die vorgesehene Büronutzung vorgeschlagen. Die innenliegenden Arbeitsplätze (vornehmlich Kombibereiche, Sitzungsräume und Infrastruktur) werden über Oberlichtbänder im Dach belichtet. Bei diesem Vorschlag erreicht die Gebäudehöhe die maximal zulässigen zwanzig Meter.
Der Bereich des Einsatzes ist derart organisiert, dass zwischen Feuerwehr und Rettungsdienst zahlreiche räumliche und betriebliche Synergien entstehen können. Im Noteinsatzbereich des Erdgeschosses und des 1. Obergeschosses sind Feuerwehr und Rettungsdienst aber zugunsten eines reibungslosen Ablaufs konsequent voneinander getrennt. Bei einem Notfalleinsatz erfolgt die vertikale Schnellerschliessung über Rutschstangen. Feuerwehr und Rettungsdienst teilen sich die Rutschstangen bis ins erste Obergeschoss. Der Weg der Feuerwehr zur Fahrzeughalle führt am Einsatzraum im 1. Obergeschoss vorbei. Von hier leitet die letzte Rutschstange direkt in die Fahrzeughalle der Feuerwehr im Erdgeschoss. Der Rettungsdienst wechselt im 1. Obergeschoss auf die gleich nebenanliegende Rutschstange und gelangt so rasch in die Einstellhalle der Rettungsfahrzeuge im Erdgeschoss.
Das Gebäude verfügt über zwei Untergeschosse. Im ersten Untergeschoss sind hauptsächlich Parkplätze für Mitarbeiter und Dienstfahrzeuge untergebracht. Im zweiten überhohen Untergeschoss sind die Parkfelder für Grossfahrzeuge (LKW und Rettungswagen) angeordnet. Zudem sind hier die Anlage für die Fahrzeugreinigung und das Lager Einsatz/Logistik-Vorhaltung vorzufinden. Die beiden Untergeschosse werden über eine gerade verlaufende, kaskadierende Rampe erschlossen. Das zweite Untergeschoss befindet sich damit ausserhalb des Haupttraktes, das heisst teilweise unter Aussenraum und teilweise unter den nahezu stützenfreien Seitenbauten. Die Einstellhalle wird damit nur bedingt über darüberliegende Tragstruktur determiniert und bietet ein hohes Mass an Flexibilität im Planungsprozess.

Konstruktion
Um im Betrieb und bei zukünftigen Anpassungen eine hohe Flexibilität zu gewährleisten, soll das Gebäude in Skelettbauweise (Haupttrakt) mit seitlichen Hallenbauten erstellt werden. Oberirdisch wird das massiv konzipierte Skelett konsequent in Elementbauweise ausgeführt, um über den Verzicht auf konventionelle Schalungen den Bauablauf zu optimieren. Gleichzeitig bestimmen Skelett und die tektonischen Qualitäten des Elementbaus den architektonischen Ausdruck im Innenraum. Das Stützenraster im Haupttrakt wurde auf 5.4 x 5.8 Meter ausgelegt. Die Raumabschlüsse werden in Leichtbauweise ausgeführt.
Die Fassaden an der Front zur Binzmühlestrasse sowie der Seitentrakte bestehen aus ebenfalls vorfabrizierten Sandwichelementen in Beton. Zur Strasse ist eine Veredlung der äusseren Schale mittels Klinker vorgesehen, entlang der Seitenwände der Nebentrakte werden die Sandwichelemente verputzt und gestrichen. Die langen Ost- und Westfassaden des Haupttraktes bestehen aus ausgedämmten Holzelementen und sind im opaken Bereich mit Aluminiumpaneelen verkleidet. Die Fenster werden als Holz-Metall-Fenster ausgeführt.

Brisgi

Bundesplatz

Zollhaus

Das Gesicht des Quartieres und das Gleismeer
Der Kreis 5 wird wesentlich geprägt durch eine Blockrandbebauungsstruktur aus dem 19. Jahrhundert. Entlang des Gleisfelds wird der homogene Stadtkörper allerdings beschnitten oder aufgebrochen. Durch die bereits jurierten Projekte auf den schmalen Grundstücken in Richtung Hauptbahnhof wird das Gesicht des Kreis 5, im Gegensatz zur gegenüberliegenden Europaallee, auch zukünftig von ganz unterschiedlichen Identitäten und Nutzungen geprägt bleiben. Charakteristisch ist eine Aufreihung von architektonisch hochwertigen Bauten, die ihre Identität aus den ganz unterschiedlichen Nutzungen ableiten. In diesem Sinn soll „Teatro del Mondo“ zeigen, dass nach einem exklusiven Bürohaus und gehobenem Mietwohnungsbau auch genossenschaftliches Wohnen zur Identität von Zürich gehört. Da die Gleise links und rechts der Langstrasse auch in Zukunft stellenweise auf den heute bestehenden Fluchten bleiben, werden die neuen Bauten an der Zollstrasse dem Stadtkörper vorgelagerte Volumen bilden. Die vorgeschlagene Architektur verdeutlicht diese autonome Stellung zwischen Stadt und Gleisen.

Im Teatro del Mondo
Das sich zur Langstrasse öffnende Theater liegt im Bauch der Gleisterrasse gleichsam als Fundament des Hauses. In seiner architektonischen Ausformulierung sucht es lustvolle Bezüge zu bekannten Vorbildern. Angrenzend und dem Theater angegliedert befindet sich das Restaurant.

Gewerberäume an der Zollstrasse
Der Gebäudesockel öffnet sich zur Zollstrasse mit einem durchgehenden Glasband. Die Dienstleistungs- und Gewerberäume erhalten eine maximale Präsenz und prägen die Stimmung auf dem Strassenniveau.

Der Dachgarten
Über den tragenden Stützen werden Hügel aus Pflanzsubstrat aufgeschüttet. Eine intensiv begrünte Landschaft mit Sitzplätzen und Bereichen für Nutzgärten geben dem Haus auch von oben sein ganz eigenes Gepräge. Über die Wendeltreppe und den Lift ist der Dachgarten für die Bewohner jederzeit zugänglich.

Hallenwohnen
Die gewünschten grossen Hallenwohnungen sind ähnlich wie die Regeltypen geschnitten. Um den späteren Ausbau nicht einzuschränken, sondern im Gegenteil zu animieren, wird ein Teil der Wohnung mit einer Raumhöhe von 4.50 Metern vorgeschlagen. Dem Einziehen von Zwischenböden und Aneignen durch die Bewohner steht nichts im Weg.

Die Wohnung
Sämtliche Wohnungen werden als Überlagerung eines Hallentypus mit dem eines „Durchwohnens“ vorgeschlagen. Charakteristisch sind drei Raumzonen: die Räume zum Laubensteg als Eingangsbereich mit Küche und Zimmer, die Wohnhalle mit Nebenräumen in der Wohnungsmitte, und die Wohnraumerweiterung mit weiteren Privatzimmern gegen Norden. Alle Wohnungen sind so geschnitten, dass die Wohnraumerweiterung als zusätzliches Zimmer abgetrennt werden kann und die Halle die gesamte Wohnraumnutzung übernimmt. Durch diese potentiell höhere Belegung kann der Wohnflächenverbrauch pro Person auf 28.7 Quadratmeter gesenkt werden.

Laubenstege zum Gleisfeld
Kernstück des Entwurfs und identitätsstiftende Adresse zugleich sind die Laubenstege. Sie verbinden die Gleisterrasse mit dem öffentlich genutzten Dachgarten und dienen zugleich als Zugang von sämtlichen Wohnungen und Gewerberäumen. Die gemeinschaftliche Identität des „Teatro del Mondo“ wird durch den Laubensteg im Stadtraum ikonografisch präsent. Neben den öffentlicheren Nutzungen im Aussenraum werden auf der Gleisterrasse und auf den Laubenstegen informell und individuell nutzbare Aussenräume für die Wohnungen angeboten. Zugleich dienen die Lauben auch als Lärmschutz für die dahinter liegenden Wohnungen. Die Laubenstege sind nach den geltenden Brandschutznormen als Flucht- und Rettungswege geplant und jederzeit frei und sicher benutzbar. Zwischen den Stützen und der Brüstung der Laubenstege gibt es jeweils leicht erhöhte Bereiche mit einem Tisch und Stühlen, welche gegebenenfalls am Boden befestigt sind. Da die Laubenstege an beiden Enden zu vertikalen Fluchtwegen führen, gelten keine Anforderungen an den Feuerwiderstand der Konstruktion und es dürfen brennbare Materialien verwendet werden.

Die Gleisterasse
Das identitätsstiftende Zentrum und die Bühne des „Teatro del Mondo“ wird die Gleisterrasse sein. Hier holt man die Post, bringt die Kinder in den Hort oder trifft sich im Gleiscafé. Die dem Haus vorgelagerten Laubenstege verleihen dem schmalen Terrassenraum eine menschliche Massstäblichkeit und räumliche Intimität. Mit der neuen VKF müssen der Kindergarten, die Büros, und auch das Restaurant nicht mehr mindestens zwei separate Fluchtwege aufweisen. Durch einen Fluchtkorridor im Gebäudeinnern kann die Gleisterrasse, abgesehen von den Bereichen um die Treppenabgänge, völlig von den Fluchtweganforderungen befreit werden.

Kindergarten und Kita
Als Reminiszenz an die bestehenden Schuppen zum Gleisfeld oder gleichsam als Schleppschiff besetzt der Pavillon mit der KITA die schmalste Stelle des Grundstücks. Mit einem Zugang über den Vorgarten an der Zollstrasse und einem mit dem Kindergarten gemeinsamen Aussenraum auf der Gleisterrasse ist er bestens erschlossen.

Architektonischer Ausdruck
Der städtebaulichen Konzeption folgend sucht das Haus einen Ausdruck, der sich ebenso dem Gleisfeld wie der Stadt zugehörig zeigt. Wie ein grosses Schiff, eine am Gleisquai vertäute Arche Noah soll das Haus ein autonomer Treffpunkt im Stadtgefüge werden, eine poetische Wohnmaschine für urbanes Leben. In Bezug auf das Gleisfeld sind die horizontale Bewegung und ein spezifischer aus der Funktion der Laubenstege abgeleiteter Ausdruck prägend. Die Deckenstirnen werden als umlaufende vorfabrizierte Betonbänder vorgeschlagen, um das Haus als Ganzes zusammen zu halten. Die geschlossenen Wandscheiben treten als Füllung zwischen den Decken leicht nach aussen und sind mit hinterlüfteten Aluminiumblechen verkleidet. Senfgelbe Holz-Metallfenster als vertikale Bänder komplettieren das Fassadenrelief.

Statische Struktur
Um die Baukosten tief zu halten und eine maximale Flexibilität in der Planung, aber auch für spätere Umbauten sicher zu stellen, soll das Haus mit der einfachst möglichen statischen Struktur projektiert werden. Betondecken mit vorfabrizierten Betonstützen in einem Achsmass von ca. 6 Metern bilden die Basis. Ausgesteift wird das Tragsystem durch wenige Scheiben im Bereich der Steigzonen. Sämtliche inneren Wände werden in Leichtbau erstellt. Die Konstruktionsart ist günstiger und platzsparender als der herkömmliche Massivbau. Die Aussenwände als Holzrahmenbau unterstützen die ökologische Bauweise.

Nachhaltigkeit und Ökologie
Bezüglich der Nachhaltigkeit ist die grosse Kompaktheit des beheizten Volumens entscheidend. Ebenso zu erwähnen sind die einfache statische Struktur, die durchgehenden Steigschächte sowie die Holzrahmenkonstruktion der Fassade. Die Wärmeabgabe über eine Bodenheizung lässt sich optimal mit einer Erdsonde kombinieren. Die von Minergie-P geforderte systematische Lufterneuerung wird über eine simple Abluftanlage erfüllt. Dabei sind in den Nasszellen Abluftanlagen installiert, die mit einer integrierten Wärmerückgewinnung die verbrauchte Raumluft über Dach abführen. Der entstehende Unterdruck wird mit nachströmender Frischluft ausgeglichen. Mit dieser Lüftung können nicht nur Investitions- und Wartungsaufwände massgeblich reduziert werden, sondern vor allem kann auf Steigzonen für die Zuluft und auf eine horizontale Verteilung in den Decken verzichtet werden.

Jakob

Gewerbehaus St. Jakob
Dem Entwurf für den Neubau des Gewerbehauses Stiftung Behindertenwerk St. Jakob liegt die Faszination für den spezifischen Charakter und die oftmals starken Ausdrucksformen anonymer Gewerbebauten zugrunde. Absicht des vorliegenden Projektes ist ein Neubau, der ebensolche Qualitäten aufweist. Er soll sich damit einerseits in das gewerblich-industriell geprägte Quartier am Viadukt einfügen und andererseits in einer zurückhaltenden, diskreten, eben beinahe anonymen Art die Werte und das positiv besetzte Image der Stiftung St. Jakob verkörpern und repräsentieren. Diese Zurücknahme äussert sich auch in der einfachen Materialisierung der Fassaden mit grobem Putz und Beton sowie einer unaufgeregten Farbigkeit.
Trotz dieser Zurücknahme zeugt das Gebäude von Selbstbewusstsein. Die grossen Fenster sprechen von Offenheit und Austausch, gleichzeitig ist ihnen aufgrund der surreal hohen Fensterbänke eine Eigenwilligkeit, Naivität und Neugierde eigen, die wohl auch auf manchen Mitarbeiter der St. Jakob-Stiftung zutrifft. Die Offenheit des Gebäudes wird auch im Erdgeschoss manifest: Überhohe, einsichtige Räume an den drei Gebäudeecken schaffen eine räumliche Verankerung im Quartier. Vorrang hat dabei die Viaduktstrasse, wo sich der Haupteingang befindet sowie die Kreuzung Heinrich-/ Viaduktsstrasse. Hier befindet sich das Kaffee mit vorgelagertem Platz, das über die Diagonale einen Bezug zur Markthalle und den Läden der Viaduktbögen aufbaut.

Schnittidee und überhohe Räume
Dem Entwurf liegt im weiteren eine eingehende Analyse des Programmes zugrunde. Diese Analyse hat gezeigt, dass bei der Ausnützung der möglichen Vollgeschosszahl und einer Verteilung des Raumprogrammes auf diese Geschosszahl ein Erdgeschoss resultiert, das wesentlich grösser ist als die Regelgeschosse. Volumetrische Untersuchungen haben gezeigt, dass dabei in städtebaulicher Hinsicht ein zu kleines und zu «schwaches» Gebäude resultiert.
Aus dieser Erkenntnis heraus wurde eine Schnittidee entwickelt, die nicht auf vier, sondern lediglich drei Vollgeschossen aufbaut und dafür ein Zwischengeschoss über dem Erdgeschoss einführt. Die Anordnung der Werkstatt- und Produktionsnutzungen auf drei Geschossen führt zu ähnlichen Dimensionen von Erd- und Obergeschossen. Diese Disposition macht auch im Grundriss Sinn, da sie zusätzliche Flexibilität und Effizienz im Betrieb schafft und weniger vertikal erschlossen werden muss. Grössere zusammenhängende Geschosse bieten auch mehr Flexibilität, wenn Bereiche in Zukunft wachsen und andere schrumpfen.
Das Zwischengeschoss leistet mehrere Dinge: Erstens erlaubt es im Erdgeschoss einzelne Nutzungsbereiche mit einer Überhöhe zu realisieren (Logistik, Restauration, Bäckerei). Dabei stehen sowohl räumliche wie auch betriebliche Qualitäten im Vordergrund. Zweitens kann das Zwischengeschoss die Technik aufnehmen und erschliesst damit direkt, flexibel und ohne Schächte die technikintensiven Nutzungen des Erdgeschosses sowie der Schreinerei im ersten Vollgeschoss. Und drittens befindet sich das erste Vollgeschoss bereits in einer Höhe, auf der auch auf der Viaduktseite von einer guten Belichtung ausgegangen werden kann.

Erschliessung
Eine weitere, übergeordnete Idee bestimmt den Entwurf, nämlich die primäre Entflechtung der Erschliessungen. Wie bereits erwähnt befindet sich der Haupteingang für Besucher und Mitarbeiter an der Viaduktstrasse und zeichnet diese als wichtige Achse im Quartier aus. Der Eingang führt in ein grosszügiges, natürlich belichtetes Treppenhaus über, welches den Mitarbeitern Zugang zu ihren Arbeitsplätzen gibt. Unabhängig und damit getrennt davon erfolgt die Erschliessung des Gebäudes mit Waren. Diese befindet sich im Gebäude diagonal zur Personenerschliessung angeordnet und umfasst einen Warenaufzug und ein weiteres Treppenhaus. Der Aufzug geht direkt von der Logistik an der Heinrichstrasse ab.

Erdgeschoss N±0, Bereiche 1, 3 und 8
Die Organisation des Erdgeschosses mit der Produktion ist am anspruchsvollsten. Dementsprechend wurde viel Energie auf die Nutzungsanordnung und die Organisation reibungsloser Abläufe verwendet. Die Erschliessung/ der Materialfluss der Produktion ist zirkulär angelegt, um Kreuzungen zu vermeiden. Die Spedition befindet sich an der nördlichen Gebäudeecke an der Heinrichstrasse. Die Räume der Logistik sind überhoch, sodass auch grosse Lastwagen im Gebäude parken können. Von da werden die Rohwaren direkt in die Lagerräume gebracht. Zu den Produktionsräumen bestehen wiederum kurze Wege. Die fertigen Waren werden direkt über den Gang zurück ins Lager oder über einen zweiten Ausgang zur Spedition gebracht werden. Über die Hygieneschleuse besteht eine «Abzweigung» in den Fertigungsraum der Restauration.
Der Haupteingang mit repräsentativer Halle und Portierloge befindet sich an der Viaduktstrasse. Hier betreten Besucher und Mitarbeiter das Haus. Die Mitarbeiter der Produktion gelangen direkt in die Garderoben und zurück in die Produktionsräume. Das Gebäude kommt mit lediglich einer Hygieneschleuse aus. Die Mitarbeiter der anderen Abteilungen gelangen über ein grosszügiges, natürlich belichtetes Treppenhaus in die Obergeschosse.
Das Kaffee befindet sich in der östlichen Gebäudeecke und zeichnet sich durch eine Überhöhe aus. Das Lokal findet damit eine räumliche Antwort auf den vorgelagerten Platz und das Gegenüber des Restaurants Markthalle und die Läden der Viaduktbögen. Die Fertigungszeilen befinden sich in einem Raum direkt hinter der Ausgabetheke, der über Korridore mit der Produktion und dem Lastenaufzug verbunden ist.
Die Bäckerei im Süden des Gebäudes verfügt als dritter Bereich im Erdgeschoss über eine Überhöhe. Die Raumhöhe entspricht dem grössten Produktionsraum und erzeugt an jenem Ort Luftraum, wo am meisten Wärme anfällt. Damit zeichnen sich alle drei Gebäudeecken durch überhohe Räume aus, was der städtebaulichen Absicht einer örtlichen Verankerung geschuldet ist.

Untergeschoss N-1, Bereiche 7 und 11
Ebenfalls im Bereich der Spedition befindet sich die Tiefgarageneinfahrt, welche ins Gebäude integriert ist und damit keine Lärmemissionen erzeugt. Die Abfahrt führt direkt in eine übersichtliche Einstellhalle. Die Besucherparkplätze sind direkt dem Eingang in die Haupterschliessung zugeordnet, von wo der Besucher in die Eingangshalle an der Viaduktstrasse gelangt. Einen eigenen Bereich stellen die Stellplätze der Gartenpflege dar. Daran angelagert sind die Nutzräume und Lager der Gartenpflege. Die Büros sind über Glassteinoblichter natürlich belichtet.
In der gleichen Weise belichtet ist die Wäscherei, welche über einen kurzen Weg zum Warenaufzug verfügt. Im weiteren befinden sich im Untergeschoss allgemeine Lagerräume sowie die Besuchertoiletten des Kaffees.

Zwischengeschoss N+1, Bereich 3 und 11
Im Zwischengeschoss auf dem Niveau N+1 befinden sich die Büros der Produktion mit direkter Verbindung zu den Produktionsräumen. Über den Warenaufzug und das nördliche Treppenhaus sind sie mit der Spedition verbunden. Im weiteren findet sich auch im Zwischengeschoss ein allgemein nutzbarer Lagerraum. Das Zwischengeschoss füllt die Gebäudegrundfläche nicht aus und gewährt so die überhohen Räume der Bäckerei, der Spedition, des Restaurants sowie des Mehlsilos.
Im wesentlichen dient das Zwischengeschoss aber der haustechnischen Versorgung. Die Anordung der Haustechnik auf diesem Niveau erlaubt die direkte Erschliessung der technikintensiven Nutzungen von Produktion, Schreinerei und Kaffee/ Restaurant. Die Frischluftfassung erfolgt direkt über die Westfassade, die Fortluft wird konzentriert über einen Fortluftkamin beim westlichen Fluchttreppenhaus über Dach geführt.

Erstes Vollgeschoss N+2, Bereiche 2 und 5
Im ersten Vollgeschoss N+2 befinden sich die Schreinerei/ Flechterei sowie die Räume der Administration. Die Schreinerei/ Flechterei sind direkt an den Warenaufzug angebunden. Die Arbeitsbereiche entwickeln sich entlang der Fassaden. Die Lagerräume befinden sich im Innern und sind so allseitig zugänglich. Das Büro der Abteilungsleitung befindet sich an zentraler Stelle beim Warenaufzug.
Die Büros der Administration und des Finanzwesen liegen im südlichen Teil des Gebäudes und sind primär über das Haupttreppenhaus zugänglich. Empfang, Besprechung und Büros sind zum Viadukt hin orientiert, das grosse Sitzungszimmer sowie das Direktionsbüro sind südorientiert. Das Archiv liegt im Innern.

Zweites Vollgeschoss N+3, Bereich 4
Auf dem Niveau N+3 ist der gesamte Bereich 4 mit Ausrüsten 1 und 2 sowie dem Digitalisieren untergebracht. Alle drei Bereichsteile sind an Personen- und Warenerschliessung angeschlossen und mit den entsprechenden Hygiene- und Sicherheitsschleusen ausgestattet. Die Büros der Bereichsleiter befinden sich wiederum im Bereich des Warenliftes respektive des Treppenhauses 1 und 2.

Drittes Vollgeschoss N+4, Bereich 6 und 10
Auf dem Niveau N+4 liegen die Räumlichkeiten der Elektronik-Abteilung sowie die Reservefläche in der geforderten Grösse. Die Elektronik hat Zugang zu Personen- und Warenerschliessung. Die Garderoben liegen im Innern. Die Bereichsleitung befindet sich wiederum an gleicher Stelle.

Dachgeschoss N+5, Bereich 9
Im Dachgeschoss auf dem Niveau N+5 befindet sich schliesslich der Bereich 9 mit den Sozialräumen. Diese umfassen das Personalrestaurant mit angegliedertem Saal. Der Saal lässt sich über eine Faltwand mit dem Restaurant verbinden. Die Küche hat rückwärtig für die Belieferung Zugang zu einem abgeschlossenen Lager und dem Warenaufzug. Von der Essenausgabe hat der Mitarbeiter die Wahl entweder in den Esssaal oder auf die gedeckte Aussenterrasse im Südosten zu gehen. Die gedeckte Terrasse erweitert sich in einen offenen Terrassenbereich. Darauf findet sich ein bewachsenes Rankgerüst, das auch im Sommer beim Essen Schatten spendet.
Im weiteren ist im Dachgeschoss eine zweite, kleinere Technikzentrale vorgesehen, welche die Lüftungen des Bereichs 9 sowie das Abluftgerät des Kaffees im Erdgeschoss aufnimmt, da dieses von der Frischluft räumlich getrennt stehen muss.

Städtebau und Volumetrie
Der unmittelbare stadträumliche Kontext der Parzelle im Scheitel von Viadukt- und Heinrichstrasse zeichnet sich durch eine Blockstruktur aus, bei der die Baukörper die Grundstücke mehrheitlich ausfüllen und parzellenübergreifend Strassenfluchten erzeugen. Das projektierte Volumen des Neubaus St. Jakob folgt dieser Bebauungsstruktur, indem es einmal bestehende Fluchten (Heinrichstrasse, Fortsetzung Müller-Martini-Areal) und Traufhöhen aufnimmt, zum anderen indem es durch den Viadukt «geschnitten» wird und einen klar definierten «Gassenraum» zwischen Neubau und Viadukt schafft. Die Zugänge wie auch die überhohen Räume im Innern verklammern den Neubau mit dem unmittelbaren Kontext. Das Gebäude wird mit dieser einfachen stadträumlichen Setzung nicht zuletzt seiner Bedeutung als «Gewerbehaus» gerecht – es reiht sich gewissermassen zwischen Gleichen ein. In der resultierenden Dreiecksform schlummert gleichwohl das Potential einer spezifischen Gestalt mit hoher plastischer Präsenz.

Baurecht und Behörden
Die massgebenden Bauvorschriften, wie Baulinien, Grenzabstände, Gebäudehöhen sowie die zulässige Ausnützung von 200%, werden mit dem Projekt eingehalten. Der westseitige Einschnitt ins Volumen trägt PBG § 270 Abschnitt 2 Rechnung. Das Projekt wurde mit der zuständigen Kreisarchitektin Frau Anna Münger vorbesprochen. Ebenfalls vorbesprochen wurde mit Grün Stadt Zürich die Freiraumgestaltung. Die Berechnung der Freiflächenziffer sowie die Neuordnung der Parkierung Viaduktbögen/ PWG wurde für gut befunden. Ein entsprechender Nachweis findet sich auf den Plänen sowie im abgegebenen Dossier der Flächen- und Volumenberechnungen.

Ausnützung und Flächenkennwerte
Der Neubau schöpft die zulässige Ausnützung von 200% mit einer anrechenbaren Geschossfläche 6’698 m2 voll aus. Die volle Ausnützung macht vor der Hintergrund zukünftiger Ausbauten Sinn und schafft Flexibilität bei der weiteren Entwicklung der Stiftung St. Jakob. Die anrechenbare Geschossfläche entspricht einer totalen Geschossfläche von 12’017 m2 nach SIA 416. Davon entfallen 2’226 m2 und 739 m2 auf die nicht anrechenbaren Geschosse im Untergeschoss und auf dem Dach. Bezogen auf die geforderten 6’500 m2 Nutzfläche bietet das Projekt 6’126 m2 HNF sowie 2’674 m2 NNF. Die Verkehrsfläche beläuft sich auf 1’223 m2, die Funktionsfläche auf 834 m2.

Cafe/ Restaurant/ Take away
Der Raum des Cafes überrascht zunächst durch seine Überhöhe und den hallenartigen Charakter, welcher über die nötige Grosszügigkeit verfügt, als wichtigster und einziger öffentlicher Raum die Stiftung St. Jakob nach Aussen hin zu repräsentieren. Er befindet sich gut auffindbar an der Kreuzung Heinrich-/ Viaduktstrasse und ist über mehrere, allseitige angeordnete Zugänge direkt vom Strassenraum her zugänglich. Im Sommer lassen sich alle Türen (pro Fensterelement eine) öffnen und so Innen und Aussen (Sitzplatz zur Kreuzung hin) verbinden. Mittig, im Scheitel der beiden «Raumarme» befindet sich die Theke für Bedienung und Verkauf. Rückwärtig daran angelagert und über eine Durchreiche verbunden liegt ein Raum mit den Fertigungszeilen. Nahe von Theke und Fertigungszeile steht das Mini-Buffet, sodass Besucher des Take away den Gastraum nicht queren müssen. Gleichzeitig kann das Buffet einfach nachversorgt werden.
Neben der räumlichen Grosszügigkeit prägen die skulptural ausformulierten Stützen sowie eine kräftige, polychrome, im Bild dargestellte Farbigkeit das Cafe. Zusammen mit den frei hängenden Kugelleuchten schaffen diese Elemente eine heitere, gleichwohl entspannte und angenehme Atmosphäre für den Alltag.

Tragstruktur und primäre architektonische Elemente
Um im Betrieb und bei zukünftigen Anpassungen möglichst viel Flexibilität zu gewährleisten wurde in der Ausschreibung verlangt, sämtliche raumbegrenzenden Wände in Leichtbau zu erstellen. Das legt eine Skelettbauweise nahe, die im Projekt mit einem regulären Stützenraster von 8×8 m und Randfeldern mit 4×8 m ausgelegt wurde (mit den 8 m ist das Raster auf die Tiefgarage abgestimmt).
Der Leichtbau folgt den funktionalen Anforderungen der Raumorganisation, sodass den primären, tragenden Elementen grosse architektonische Bedeutung zukommt, was eine entsprechende Ausgestaltung verlangt: Das sind die Stützen, die Fassaden mit den Fensteröffnungen sowie die festen Vertikalerschliessungen respektive die Treppenräume.
Dieser Absicht folgend verfügen die Stützen im Kopfbereich über eine figurative, kreuzförmige Ausbildung, welche diese Elemente zu raumprägenden Bauteilen werden lässt. Die Kopfausbildung minimiert darüber hinaus das Durchstanzproblem und erlaubt die Ausbildung dünnerer Decken – wirtschaftliche und architektonische Absichten greifen ineinander. Im überhohen Restaurant entwickelt sich die Kreuzform zu einem Stützenschaft.
Die Fenster sind als grosse «Augen» ins Freie entworfen. Sie sorgen für eine sehr gute natürliche Belichtung der Gewerberäume bis in eine Tiefe von 8 Metern und schaffen eine gute Arbeitsplatzqualität. Seitlich der grossen Festverglasung befinden sich jeweils zwei schmale Lüftungsflügel, die auch einen atmosphärischen und akustischen Bezug zum Aussenraum erlauben.
Die Vertikalerschliessungen sind an die Fassaden angegliedert. Typologisch orientiert sich das Gebäude damit nicht am Bürobau, bei dem die Kerne in einer Innenzone liegen, sondern an historischen Gewerbe- und Industriebauten, die mit einer peripheren Anordnung der Kerne den Innenraum offen lassen und maximale Flexibilität ergeben. Das Haupttreppenhaus für die Besucher und Mitarbeiter ist räumlich grosszügig dimensioniert – Podeste und Treppenläufe weisen Breiten um die drei Meter auf.

Arbeitsplätze in den Regelgeschossen
Die Arbeitsplätze in den Regelgeschossen sind in Grossräumen untergebracht, in denen sowohl die plastische Kraft der Stützen wie auch die Wirkung der grossen Fensteraugen zum tragen kommen. Die Arbeitsräume wirken darüber hinaus grosszügig, offen und hell. Wände und Decken werden neutral weiss gestrichen, die Fensterrahmen sind in Lichtgrau leicht davon abgesetzt – insgesamt bestimmt eine ruhige und zurückhaltende Farbigkeit die Raumstimmung, die lediglich durch die Farbe des Gummigranulatbodens durchbrochen wird. Es ist denkbar, diese Böden je nach Abteilung und Geschoss in verschiedenen Farben auszuführen.

Konstruktion und Materialisierung
Die Tragstruktur besteht wie beschrieben aus einem Stützen-Platten-Skelett, bei dem die Stützen vorfabriziert und die Decken vor Ort gegossen werden. Die Fassaden werden ebenfalls betoniert und sind tragend. Aufgrund der geforderten, hohen Nutzlasten betragen die Deckenstärken 28 bis 32 cm. Diese Stärken erlauben einen einfachen Bodenaufbau, bei dem auf die abtaloschierte Oberfläche direkt der fertige Bodenbelag aufgebracht wird. Vorgesehen ist ein Gummigranulatboden, der zusammen mit dem Beton für den Trittschall ausreicht. Im Haupttreppenhaus, den Sozialräumen sowie dem Cafe ist ein Kunststeinbodenbelag geplant. Die Tiefgarage erhält einen Zement- oder Hartbetonüberzug.
Die Betonoberflächen der Decken, Wände und Stützen werden lediglich gestrichen, sodass auch hier kein weiterer Ausbau erforderlich ist. Die mit Gipskarton oder Fermacell beplankten Leichtbauwände werden gespachtelt, geschliffen und gestrichen. Die Haustechnik wird sichtbar an den Decken sowie im Brüstungsbereich der Fassaden geführt und trägt zum «rohen Ateliercharakter» der Arbeitsräume bei.
Auch die Materialisierung der Fassaden folgt einer einfachen und direkten Verwendung weniger Materialien. Das ist Beton bei den überhohen Fensterbänken (vorfabrizierte Elemente), dem Gebäudesockel sowie den Terrassenbrüstungen und Dachabschlüssen (Ortbeton) sowie ein grober Dickschichtputz auf einem Kompaktaufbau mit mechanisch verankerter Mineralwolledämmung. Der mineralische Dickschichtputz wird in einem warmen Grau-Braun-Ton gestrichen, der in seiner Helligkeit hinter die hellen Betonteile tritt. Die Spenglerarbeiten werden in Kupfer ausgeführt, die Aluminiumprofile der Holz-Metall-Fenster sind farblos anodisiert. Wie einleitend beschrieben zeugt der architektonische Ausdruck von einem zurückhaltenden, dem industriell geprägten Charakter des Quartiers verpflichteten Habitus des Neubaus.

Glattpark

Thesen zur Aufgabenstellung
Eine grosse Schwierigkeit im gegenwärtigen Wohnungsbau besteht in der Individualisierung bei gleichzeitiger Anonymisierung der Mieterprofile: Aufgrund unseres Wohlstandes ist praktisch jedermann in der Lage, seinen individuellen Lebensentwurf zu realisieren. Die Summe dieser Entwürfe führt zu einer Anonymisierung der Mieterschaft. Diese Tatsache bedeutet, dass Entwickler und Vermieter die Bedürfnisse ihrer zukünftigen Mieter nicht mehr genau kennen. Und für die Architekten verunmöglicht sie ein entwerferisches Denken in klar umrissenen Typologien. Der Typus einer Wohnung, sofern es ihn noch geben kann, ist vielmehr das Resultat eines Projektes, nicht aber der Ausgangspunkt.
Obschon die gestellte Aufgabe ein interessantes Segment von Menschen anzusprechen versucht, bleibt auch hier die Frage unbeantwortet, wie eine solche Kleinwohnung auszusehen hat und bewohnt wird. Um nicht Spekulationen und Wunschvorstellungen aufzusitzen, haben wir vier Thesen zum Wohnen im Glattpark Opfikon aufgestellt:

1. Ein städtisches Haus
Das Wohnhaus soll in seinem Gestus und architektonischen Ausdruck kompromisslos dem Städtischen und Urbanen verpflichtet sein. Der Glattpark ist ein eindrückliches Beispiel dafür, dass es keine klare Hierarchie zwischen Zentrum und Peripherie mehr gibt – es geht hier eindeutig um ein Stück Stadt. Diese Stadt wird um so urbaner, je mehr sich die Architektur zu ihr bekennt.

2. Zwischen Gemeinschaft und Anonymität
Das Haus soll die Möglichkeit, nicht aber eine Verpflichtung zum gemeinschaftlichen Leben bieten. Es geht nicht um ein sozialutopisches Experiment, sondern um eine zeitgemässe Wohnform mit Wahlmöglichkeiten: genauso wichtig wie gemeinschaftliche Aspekte ist uns Anonymität, die genuin zum Städtischen gehört. Das Haus lässt sich vielleicht am besten mit einem Hotel vergleichen, bei dem die Möglichkeit sozialen Austausches besteht, aber nie zum Zwang wird.

3. Wohnungen: Ein spezifisches Raumgefühl
Die relative Kompaktheit der Wohnflächen soll durch ein spezifisches Raumgefühl kompensiert werden: Die Wohnräume sollen nicht als verkleinerte konventionelle Wohnungen empfunden werden, sondern vielmehr aus ihrer Kompaktheit heraus neue Qualitäten schaffen. Dabei haben wir unter anderem an die kleinen Ateliers der 1920er Jahre in Paris gedacht. Im Atelier Ozenfant entsteht auf einer kleiner Grundfläche – mit einfachem Zuschnitt – über die Raumhöhe und die Art der Befensterung ein Hallenraum, in dem gearbeitet und gewohnt werden kann.

4. Offenheit: Eine räumlich-strukturelle Lösung
Das Haus soll vor dem Hintergrund einer individualisierten und deshalb anonymisierten Mieterschaft eine Raum- und Gebäudestruktur aufweisen, die nichts über seine Bewohner aussagen will, sondern offen ist für unterschiedliche Adaptionen wie auch für zukünftige bauliche Anpassungen. Diese Offenheit kann sowohl einfache und klare Dispositionen als auch ein informelles Gepräge betreffen. Sie umfasst die Trag- und Raumstruktur gleichermassen wie die Fassade und die Gebäudetechnik.

Architektonischer Beschrieb
Das städtebauliche und architektonische Konzept erklärt sich vor dem Hintergrund der vier Thesen: 1. Ein städtisches Haus, 2. Zwischen Gemeinschaft und Anonymität, 3. Wohnungen: Ein spezifisches Raumgefühl und 4. Offenheit: Eine räumlich-strukturelle Lösung.

Städtebau
Das Projekt sieht – der ersten These folgend – ein Gebäude vor, das typologisch als städtischer Block zu bezeichnen ist. Es erreicht die volle Höhe und führt damit die Traufen am Boulevard Lilienthal fort. Im Grundriss besetzt das Volumen praktisch die gesamte bebaubare Fläche und wirkt raumbildend auf die angrenzenden Strassen- und Grünräume.
Das Gebäude orientiert sich in der Ausbildung von Volumetrie und Fassaden primär am Boulevard Lilienthal und sekundär am Grünraum der Lindbergh-Allee. Zur Nachbarsparzelle im Osten ist das Gebäude in den beiden obersten Obergeschossen nochmals in Tiefe und Höhe gestuft. Analog gewertet sind die Gebäudezugänge: Der Hauptzugang befindet sich an der Ecke Boulevard Lilienthal/Lindbergh-Allee, zwei Nebeneingänge finden sich an der nordöstlichen und nordwestlichen Gebäudeecke. Die knappen Aussenräume des Gebäudes sind mehrheitlich gemeinschaftlich oder öffentlich genutzt und durchwegt. Die Erschliessung der Gewerberäume erfolgt direkt über den Boulevard Lilienthal.
Das Gebäude umschliesst einen Innenhof, der sich nach oben hin in zwei Stufen erweitert: einmal über dem Erdgeschoss, das zweite Mal über dem Geschoss N+4. Als zentrierender Raum ist dieser Innenhof ein einfacher, aber selbstverständlicher und prägnanter Ort der Gemeinschaft: Gewissermassen eine leere Mitte, wo alles zusammenkommt. Über Laubengänge werden die Wohnungen erschlossen und in einem turmartigen, verglasten Hofeinbau finden sich gemeinschaftliche Nutzungen wie ein Waschsalon und eine Gemeinschaftsküche.

Schnittlösung
Speziell zu erläutern ist die Schnittlösung, weil hier Städtebau und Volumetrie, Erschliessung und Wohnform ineinandergreifen. Ausgangspunkt dieser Schnittlösung sind zweigeschossige Wohneinheiten in den obersten zwei Geschossen. Sie verfügen über einen Wohnbereich mit einer Raumhöhe von 5.00 Metern respektive einem grossen Luftraum, sodass die eingeschossigen Bereiche (Bad, Küche, Schlafgalerie) mit einer minimalen Raumhöhe von 2.30 Metern auskommen. Diese Kotierung erlaubt in den drei Regelgeschossen eine lichte Raumhöhe von 3.00 Metern sowie 4.50 Metern im Erdgeschoss am Boulevard Lilienthal.
Aus dieser Setzung resultieren zwei gänzlich verschiedene Wohnungstypen sowie eine plastisch kräftige, spezifische Gebäudegestalt mit einem Fassadenaufbau von 1/3/2 in der Vertikalen und den markanten zweigeschossigen «Zinnen» als Gebäudeabschluss. Schliesslich erlaubt diese Schnittlösung auch die aussenliegende Erschliessung nur bis ins vierte Obergeschoss zu führen, was ökonomisch sinnvoll ist und die bereits erwähnte Erweiterung des Hofraumes nach oben hin ergibt.

Grundrisse und Nutzungen
Im Erdgeschoss befindet sich eine zusammenhängende, frei unterteilbare Gewerbefläche mit rund 400 m2 entlang des Boulevard Lilienthal sowie 4 MIN-Wohneinheiten vom Typ1, 2 vom Typ MIN+ sowie 3 vom Typ MIN Atelier. Erschlossen werden sie über den Innenhof. Schliesslich werden zwei geschlossene Veloräume beim Zugang im Nordwesten und Nordosten angeboten. Der Hof wird geprägt durch verschiedene plastisch durchgearbeiteten Betonelemente, wir haben von einem «steinernen Garten» gesprochen.
In den drei Regelgeschossen N+1, N+2, N+3 befinden sich nach Süden, Westen und Norden orientiert MIN-Wohneinheiten vom Typ 1 mit jeweils 40 m2 Wohnfläche. Im Osten werden etwas grössere Wohnungen vom Typ MIN+ angeboten. Ebenfalls auf diesen Geschossen befinden sich drei MAX-Clusterwohnungen mit rund 180 m2. Aufgrund der raumneutralen Trag- und Medienstruktur können diese Wohnungen grundsätzlich überall auf den drei Regelgeschossen realisiert werden. Zudem gibt es im bereits erwähnten, verglasten «Turmeinbau» auf jedem Geschoss einen Raum für gemeinschaftliche Nutzungen mit je 30 m2 (Gemeinschaftsraum und zwei Waschsalons).
Im vierten Obergeschoss N+4 endet die Laubengangerschliessung mit den Eingängen zu den zweigeschossigen Dachwohnungen des MIN-Typ 2 mit jeweils 46 m2 (N+4/N+5). Da bei diesem Typ keine privaten Aussenräume angeboten werden, bestehen zwei gemeinschaftliche Terrassen: Die eine befindet sich auf dem Dach des «Turmeinbaus» im Hof, die andere mit Aussenkamin für den Grill in der südöstlichen Gebäudeecke mit Blick auf den Glattpark-See.

Wohnungen (MIN)
Das Projekt bietet im wesentlichen vier Wohnungstypen. Einzelne Eckwohnungen sowie der Typ MIN+ sind im Sinne von Abwandlungen dieser Typen auf die jeweilige Stelle modifiziert und weisen teilweise etwas mehr Wohnfläche auf. Für die MAX-Clusterwohnungen wurde ein Layout entwickelt, das flächenmässig vier MIN-Einheiten entspricht.
Der MIN-Typ 1 wurde vor dem Hintergrund der dritten These entwickelt: Ziel war es, aus der relativen Kompaktheit der Wohnfläche eine neue Qualität zu schaffen – die Wohnungen sollten auf keinen Fall als verkleinerte, konventionelle Wohnungen empfunden werden. Diese Qualitäten werden durch einen einfach geschnittenen, aber gut zonierten «Hallenraum» geschaffen, der über den Einbezug des Wintergartens mit weiteren 8 m2 sowie einer Raumhöhe von 3.00 m optische Weite besitzt. Verstärkt wird diese Raumwirkung durch innere Oberlichtbänder über Küche und Bad, sodass die Decke als durchlaufend erlebt wird und der Raum immer als Ganzes erfahrbar ist. Die Wohnungen haben in dieser Offenheit «Ateliercharakter» und eignen sich für verschiedene Nutzungsmuster und Mieterprofile.
Ähnlich, aber mit anderen Mitteln funktioniert der MIN-Typ 2. Bei diesem Wohnungstyp ist es der grosse, sich über die halbe Grundfläche öffnende Luftraum, welcher im Wohnbereich eine lichte Raumhöhe von 5.00 m schafft. Während im Typ 1 die horizontale Ausdehnung der Decke Raum erzeugt, macht im Typ 2 die grosse Höhe bei relativ knapper Breite den Raumcharakter aus. Verstärkt wird diese Wirkung durch das schmale, aber zweigeschossige Fenster der «Zinne».
Der MIN-Typ 3 ist ein Spezialfall, den es nur auf der Ostseite fünf Mal gibt und der aus den baurechtlichen Gegebenheiten dieser Seite resultiert. Dieser Typ bietet mit 55 m2 etwas mehr Wohnfläche. Durch die zweifache Rückstufung der Fassadenflucht ergeben sich auf beiden Niveaus private Aussenterrassen. Die Terrassentrennwände auf dem Niveau N+5 erzeugen darüber hinaus den spezifischen Gebäudeausdruck der Ostseite.

Wohnungen (MAX)
Das vorgeschlagene Layout für den MAX-Clusterwohnungstyp umfasst die Fläche von vier MIN-Typ 1-Einheiten. Die Clusterwohnungen ermöglichen ein gemeinschaftliches Wohnen mit Rückzugsmöglichkeiten für jeden Bewohner. Die privaten Bereiche umfassen einen gegliederten Wohn- und Schlafraum, einen kleinen Wintergarten sowie ein Bad. Der gemeinschaftliche Raum beschreibt wiederum einen Hallenraum, der durch eine mittig freistehende Küche gegliedert wird. Seitlich angelagert, in der Verlängerung des Laubengangs, befindet sich zudem ein grosser Wintergarten. Ergänzt wird der gemeinschaftliche Wohnraum durch ein Entrée mit Gästetoilette. Die Raumstruktur der Clusterwohnungen ist unabhängig von der primären Fassadenstruktur und lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand in MIN-Einheiten umbauen.

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