Das Multihaus als nutzungsflexibler Hallenbau
Das aus drei Modulen aufgebaute Multihaus ist als nutzungsflexibler Hallenbau konzipiert. Der schlanke und flache Baukörper folgt dem Grundstückszuschnitt und entwickelt sich in Längsrichtung zur Brauhausstraße. Im Endausbau erreicht das Gebäude die Kreuzung Brauhausstraße/Frauenbergerstraße. Der Baukörper ist sorgfältig in die Topografie eingepasst, die in Längsrichtung um rund 1.5 Meter und Querrichtung um 2.0 bis 3.0 Meter ansteigt.
Die Skelettstruktur weist in der Längsrichtung ein Grundraster von 6.50 Metern auf, das gemäss dem beigezogenen Laborplaner ideale Voraussetzungen für die Labornutzung schafft. In Querrichtung weist der Hallenbau drei Tragachsen auf, zwei davon direkt hinter der Fassadenebene. Die Halle besitzt im Sinne maximaler Nutzungsflexibilität eine durchgehend gleiche Raumhöhe von 3.90 Metern im Licht. Sämtliche vertikalen Erschliessungen für Personen, Waren und Medien sind der Hallenstruktur beidseitig aussen angelagert, schaffen so uneingeschränkte Flexibilität im Innern und prägen den architektonisch-plastischen Ausdruck des Neubaus. Mit dieser Idee folgt der Vorschlag einem bekannten Bautypus aus Industrie und Dienstleistung wie beispielsweise dem Schaltwerk von Hans Hertlein in Berlin (1927) oder dem Bürohaus der Inland Steel Company von SOM in Chicago (1957).
Etappierung der Module 1, 2 und 3
Das Modul 1 mit dem Zentrallabor wird im unmittelbaren Anschluss an die Bestandsgebäude an der Brauhofstraße erstellt. Der verbleibende Zwischenraum dient auch in Zukunft der Anlieferung. Der Bau des Modul 2 stellt eine lineare Erweiterung des ersten Abschnitts in gleicher Bauweise und Geschossigkeit dar. Durch die lineare Erweiterung wird der Betrieb im Zentrallabor nicht gestört.
Das Modul 3 ist als Aufstockung auf Modul 1 und 2 in Leichtbauweise (Stahlskelett mit Holzelementdach) konzipiert. Die Vorfabrikation der Leichtbauteile sorgt für geringe Auflasten auf die bestehende Struktur und eine «trockene», kurze Bauzeit, welche wiederum die Immission im Bestand gering halten respektive einen Bau unter Betrieb zulassen. Für die Erschliessung mit Personen und Waren werden die bestehenden Kerne aufgestockt. Separate Technikräume in der Aufstockung, insbesondere für die Lüftung, machen die Räume von Modul 3 bezüglich der Medienerschliessung weitgehend autark. Mit dem Bau von Modul 3 kann das Gebäude über eine Brücke an den Bestand angeschlossen werden. Die Brücke führt direkt zum Betriebsrestaurant.
Erschliessung
Das Multihaus besitzt zwei Eingänge an der Brauhausstraße. Jener des Modul 1 dient dem Zugang zum Zentrallabor sowie zur späteren Aufstockung von Modul 3 mit Gesundheitszentrum und Betriebsrestaurant. Der Eingang des Modul 2 erschliesst die R+D Materials and Technologies sowie die darüber liegende Ausstellungshalle von Modul 3. Beide Module erhalten je einen zusätzlichen Kern mit Lastenaufzug und Fluchttreppenhaus. Der Lastenaufzug von Modul 1 dient später auch der Belieferung der Restaurantküche, jener von Modul 2 der Belieferung der Ausstellungshalle.
Rückgrat der horizontalen Erschliessung bildet eine in Längsrichtung des Gebäudes respektive eine entlang der Brauhofstraße verlaufende, durchgehende Wandelhalle. Aufgrund ihrer Breite und Belichtung ist sie mehr als nur ein Korridor: Sie dient dem Aufenthalt sowie dem Austausch und der Kommunikation unter den Mitarbeitern und ist damit zentrales Element der Strategie «Neue Arbeitswelten». Dieser Absicht folgend sind auch die alkovenartigen Ausweitungen zu verstehen, die Rückzugsraum für persönliche Besprechungen, Telefongespräche oder das Arbeiten am Laptop bieten. Zudem erlaubt die Wandelhalle die Verteilung grosser Güter und Geräte zu den Labors. Die Wandelhalle erschliesst sämtliche Labor- und Büroräume.
Nutzungsdisposition und Betrieb
Die Laborräume im Hauptgeschoss (N+1) besetzen einen innenliegenden Kernbereich, der von der Wandelhalle und den Büroräumen entlang der Nordseite umklammert wird. Die Labors werden zweiseitig, einmal über die Wandelhalle und gegenüber über ein Oberlichtband zu den Büroräumen, belichtet. Sie verfügen damit über eine ruhige und konstante Lichtsituation. Die schlanke Raumschicht der Büros ist gut und konstant über die Nordfassade belichtet. Die Disposition mit den Labors im Kernbereich und den umgreifenden Räumen von Halle und Büros rückt die Laborräume ins Zentrum des Betriebs und schafft sehr direkte Wege und Beziehungen zwischen Labor- und Büroarbeitsplätzen. Aufgrund der Hallenbauweise mit Skelettbau sind Umbauten respektive Flächenverschiebungen von Labor- zu Büronutzung und umgekehrt jederzeit möglich. Die Büroräume profitieren von der durchgehend gleichen, lichten Raumhöhe von 3.90 Metern der Labors.
Das Zugangsgeschoss an der Brauhofstraße (N±0) lässt aufgrund der topografischen Situation, nur eine einseitige Belichtung zu. Hier befinden sich neben den Räumen für Technik und Lager jene Laborräume, die wenig oder nur temporäre Personenbelegung aufweisen. Auch das ZE-Labor, das als einziger Raum eine Überhöhe benötigt befindet sich auf diesem Niveau und reicht über zwei Geschosse. Die wiederum strassenseitig vorgelagerte Erschliessungshalle schafft den nötigen Schutz vor unerwünschten Einblicken in die Laborräume.
In der Aufstockung über Modul 2 befinden sich die geforderten Besprechungszimmer sowie die Ausstellungshalle. Die Ausstellungshalle wird über einen doppelten Shed mit Nordlicht belichtet. Das Sheddach gibt dem Multihaus zudem sein unverwechselbares Gesicht zur Frauenbergerstraße hin. Punktuelle Öffnungen in der Fassade geben gezielte Ausblicke auf die Stadt und das Firmengelände der Rehau. Im Teilbereich Aufstockung über Modul 1 liegt das Betriebsrestaurant mit Küche. Das Restaurant kann aufgrund seiner Höhenlage direkt über eine Brücke an die Bestandsgebäude angeschlossen werden. Ein eingeschnittener Dachhof ermöglicht das Speisen im Freien. Die Küche ist direkt mit einem Lastenaufzug verbunden. Über den Aufzug wird angeliefert, zudem kann die darunter liegende Ausstellungshalle bei grösseren Banketten bedient werden.
Medienerschliessung und Gebäudetechnik
Das Konzept der Medienerschliessung folgt der Absicht maximaler Nutzungsflexibilität im Hallenbau. Dabei werden die Labors und Büroräume des Hauptgeschosses (N+1) über dezentral verteilte Schächte direkt von unten angefahren. Die primäre, horizontale Verteilung erfolgt hinter der Vorsatzschale in einem durchgehenden Installationsraum an der Rückwand des Zugangsgeschosses (N+0). Die Zu- und Fortluft erfolgt über einen Lüftungskamin an der Nordfassade. Damit bleiben der Hallenbau und die Aufstockung von Modul 3 frei von durchgehenden Schachtquerschnitten. Die Räume des Modul 3 verfügen über eigene Lüftungszentralen auf dem Dach, sodass auch hier bei der Erschliessung bestehende Einheiten nicht tangiert werden.
Das energieeffiziente Haustechnikkonzept sieht vor, dass die Beheizung des Gebäudes über die bestehende Geothermie erfolgt. Über das gleiche System erfolgt im Sommer die Kühlung des Gebäudes. Die Be- und Entlüftung wird mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Um eine möglichst autarke Energieversorgung zu realisieren, werden die Wärmepumpe, die LED-Beleuchtung sowie die Anlagen der mechanischen Lüftung über eine Eigenstromerzeugung durch Photovoltaik auf dem Dach gespeist. Die Transmissionswärmeverluste des Gebäudes werden durch einen ausgewogenen baulichen Wärmeschutz mit ca. 20 Zentimeter Wärmedämmung im Bereich der Fassaden, 30 Zentimeter Dämmung auf dem Dach und 14–16 Zentimeter Perimeterdämmung im Bereich beheizter Bereiche im Erdreich sowie durch die geplante 3-Scheiben-Verglasung minimiert. Das vorgeschlagene Konzept führt zu einer nahezu autarken Energieversorgung des Gebäudes mit einer hohen Energieeffizienz sowie einer hohen Nachhaltigkeit auf Grund der CO2-Minimierung.
Fassade und architektonischer Ausdruck
Der massiv konstruierte Hallenbau von Modul 1 und 2 wie auch der Leichtbau von Modul 3 erhalten eine Fassade aus hell geschlemmtem Klinker. Im Bereich der vorgestellten Vertikalerschliessungen wird die Fassade zweischalig, mit einer inneren aussteifenden Betonschale und einem vorgeblendeten Klinkermauerwerk, ausgeführt. Im Bereich der Brüstungsbänder und bei Modul 3 werden Klinkerriemchen auf eine Trägerplatte geklebt. Die Fenster sind anthrazitfarben. Den Fenstern vorlagert ist eine feste Lamellenstruktur in Aluminium, welche den Wärmeeintrag reguliert und für eine ausgeglichene Lichtsituation im Innern sorgt. Der Bau steht auf einem Betonsockel. Das Dach wird mit einem Trapezblech in CNS gedeckt.
Es wird ein architektonischer Ausdruck gesucht, der Funktion und Aufbau des Multihauses auf elegante Weise nach aussen trägt. Er oszilliert zwischen industriellem und repräsentativem Charakter.
Konstruktion und kostensparende Bauweise
Die vorgeschlagene Gebäudestruktur und Fassadenkonstruktion weisen einen sehr hohen Grad an Standardisierung und Wiederholung auf. Alle oberirdischen Bauteile, wie etwa die Betonfertigteilelemente der Stützen, Unterzüge und Decken werden vorfabriziert und am Bau montiert. Die Typisierung der Bauteile und die Montagebauweise verkürzen über einen rationellen Bauablauf die Bauzeit und tragen der Forderung einer kostensparenden Bauweise Rechnung. Die Rohbaustruktur bleibt im Innenraum sichtbar, sodass der Aufwand im Innenausbau minimiert werden kann.
Idee: Rehau-Park
Die wesentliche Qualität des Areals besteht in seinem parkartigen Charakter mit einem alten, prächtigen Baumbestand. Die vom Nordring und der Cottenbacher Straße umfasste Hügelkuppe, auf der die repräsentative, symmetrisch orientierte Anlage der ehemaligen Kreisirrenanstalt von 1870 sitzt, bildet gleichsam eine grüne Insel im städtischen Gefüge. Mit dem Bau des begrünten Schallschutzdammes wurde der Inselcharakter der Situation verstärkt. Am Fuss der Kuppe wurden über die Zeit verschiedene öffentliche und private Bauten erstellt, welche den Hügel in offener, campusartiger Weise baulich fassen.
Die städtebauliche Setzung des Neubaus für den neuen Standort Bayreuth verfolgt eine Strategie mit drei Zielen. Zunächst wird mit der Stellung im westlichen Teil des Grundstückes eine direkte Anbindung an die (motorisierte) Erschliessung geschaffen. Die bestehenden Parkplätze des Areals können auf selbstverständliche Weise für Rehau erweitert werden und für den Zugang zum Gebäude muss nicht erst ein Parkabschnitt durchquert werden. Zweitens reiht sich der Neubau mit seiner Lage zur Topografie und seiner Grundform – bestehend aus raumgreifenden Gebäudearmen – in die jüngere Bebauung am Hangfuss ein. Er trägt damit zur baulichen Fassung und topografischen Auszeichnung der Hügelkuppe bei.
Drittens, und darin besteht die Kernidee des Entwurfs, wird mit der Stellung des Neubaus ein Park geschaffen, der sowohl für die Mitarbeiter wie für die Öffentlichkeit einen Mehrwert darstellt. Die heute brachliegende Grünfläche wird über die Fassung des Neubaus, eine Weganlage, ergänzende Pflanzungen und die Öffnung des Dammes an der Cottenbacher Straße in eine öffentlich zugängliche Parkanlage transformiert. Die gewünschte Sichtbarkeit der Rehau Automotive wird damit weniger über die Präsenz des Neubaus im Strassenraum als vielmehr über die Schaffung eines unverwechselbaren Ortes erzielt, der sich in den Köpfen der Bayreuther Bevölkerung etabliert. Der Rehau-Park soll fester Bestandteil des städtischen Gefüges werden und ähnlich den Anlagen des Festspielhauses, des Neuen Schlosses sowie der Ermitage die Stadt um einen weiteren Parkraum bereichern. Selbstverständlich verbleibt der Park im Privatbesitz der Rehau und dient als Landreserve für die zukünftige Expansion des Standortes.
Gebäude, Nutzung und Betrieb
Das Gebäude ist als horizontal wie vertikal offene und damit flexible Struktur entworfen. Der Haupteingang befindet sich einfach auffindbar in der bergseitigen Gebäudekehle. Das Zugangsgeschoss liegt über dem Rehau-Park, sodass sich beim Eintritt unmittelbar ein Blick über den Park öffnet und das Geschoss zum Park hin als eine Art Piano nobile ausgezeichnet wird. Hier und auf dem darunterliegenden, in der Vertikalen räumlich verbundenen Parkgeschoss befinden sich mit dem Restaurant, dem Showroom sowie dem Auditorium die gemeinschaftlichen und öffentlichen Funktionen. Von der Lobby des Auditoriums wie auch dem Restaurant bestehen Zugänge zum Park. Die Werkstatt reicht über zwei Geschosse. Die Anlieferung erfolgt direkt von Aussen über einen unteren Eingang (für das Restaurant erfolgt die Anlieferung an der nordöstlichen Ecke). Von der Lobby besteht ein Einblick in den Luftraum der Werkstatt, welcher den Raum als ein Herzstück der Forschungs- und Entwicklungseinrichtung auszeichnet.
Über dem Erdgeschoss folgen vier Geschosse, die hauptsächlich für die Büronutzung vorgesehen sind. Das Gebäude schöpft damit die zulässigen 21 Meter Gebäudehöhe zum Park respektive zum Nordring hin aus. Aufgrund der Skelettbauweise sind die vier Geschosse offen und flexibel für unterschiedlich grosse Teams und Abteilungen zu organisieren. Im Grundriss jeweils zueinander versetzte, zweigeschossige Bereiche schaffen eine primäre Zonierung der Flächen in übersichtliche Raumbereiche und verknüpfen die Geschosse räumlich in der Vertikalen. Eine sekundäre Gliederung erfolgt über innenliegende, verglaste Sitzungs- und Nebenräume. Die zweigeschossigen Räume dienen als Workshops, Wohnzimmer oder Bibliothek der Kommunikation zwischen den Teams und Abteilungen über die Geschosse hinweg. Offene Treppen in den kleinen Atrien beschreiben unterschiedliche Wege durch das Gebäude, welche die Begegnung und den Austausch fördern. Das Projekt verfolgt damit eine progressive Interpretation der Strategie «Neue Arbeitswelten».
Über die obersten zwei Geschosse erstreckt sich ein zweiter Typ von Atrium-Raum, in Form von drei Indoor greens. Im obersten Geschoss sind schliesslich neben den Büroräumen fünf Apartments, der Fitnessbereich, die Company bar sowie der Playroom untergebracht, welche einen Blick über den Park und die Stadt anbieten. Eine Espressobar am Parkeingang an der Cottenbacher Straße stünde den Mitarbeitern gleichermassen wie der städtischen Öffentlichkeit zur Verfügung. Sie könnte durch einen unabhängigen Dritten betrieben werden.
Das Gebäude verfügt über insgesamt vier Erschliessungskerne, welche die Entfluchtung und Aussteifung des Gebäudes sicherstellen. Die vertikale Haupterschliessung erfolgt in der hangseitigen Gebäudekehle unmittelbar beim Eingang und an zentraler Lage in den Obergeschossen. Damit resultieren kurze Wege von den Aufzügen zu den Arbeitsplätzen.
Fassade und architektonischer Ausdruck
Der Skelettbau wird von einer Glasfassade, einer nichttragenden curtain wall, umspannt. Auf der Ost-, Süd- und Westseite wird der Glasfassade eine zusätzliche Glashaut vorgehängt. Die Doppelfassade übernimmt an diesen Expositionen verschiedene Funktionen. Sie dient einerseits dem Lärmschutz zum Nordring, andererseits wird über einen zwischenliegenden und damit geschützten Sonnenschutz der Wärmeeintrag ins Gebäude reguliert. Schliesslich bestimmt die äussere Glashaut den architektonischen Ausdruck und die Erscheinung des Neubaus zum Park und Nordring hin. Auf der Seite des Rehau-Parks sind die rahmenlos gehaltenen, grossformatigen und leicht verspiegelten Gläser leicht zueinander gekippt, sodass der Park eine gebrochene Spiegelung erhält. Der Park setzt sich damit einerseits im Gebäude fort und erhält gleichzeitig seine wichtige räumliche Fassung im Westen.
Städtebau: ein kompakter Körper bildet drei Aussenräume
Im Geviert von Promenaden-, Staubegg-, Spanner- und Zürcherstrasse treffen drei unterschiedliche historische Bebauungsmuster aufeinander: Die Zeilenbebauung der spätmittelalterlichen Vorstadt an der Zürcherstrasse, das repräsentative Regierungsgebäude von 1868 als Abschluss der Promenadenstrasse sowie eine offene Villenbebauung mit Gärten im Scheitel von Staubegg- und Spannerstrasse. Der Bebauungsperimeter liegt bezogen auf Vorstadt und Regierungsgebäude auf der Rückseite, besitzt aber an der Staubeggstrasse gleichwohl Anstoss an den öffentlichen Strassenraum. Das Projekt sieht einen viergeschossigen, kompakten Körper mit annähernd quadratischer Grundfläche vor, der in diesem Kontext als eigenständiger Typus in Erscheinung tritt und das Gefüge der drei Bebauungsmuster gewissermassen neutral ergänzt. Mit den vier Geschossen übernimmt der Neubau die Traufhöhe des Regierungsgebäudes und reiht sich so in die öffentlichen Bauten ein.
Eine wesentliche Qualität besteht in der Klärung der Aussenräume, indem der Baukörper allseitig klare Raumzusammenhänge schafft: An der Staubeggstrasse wird die Strassenflucht des Regierungsgebäude verlängert und das Spannerschulhaus erhält ein Gegenüber. Die Rückseite des Regierungsgebäudes wird zu einem befestigten Hofraum geschlossen, welcher die Figur und Rückfassade des Altbaus stärkt. Die vielteilige Rückseite der Vorstadtzeile mit ihren kleinen, privaten Gärten wird ihrem Charakter entsprechend räumlich verdichtet und über einen Weg wird eine klare Grenze zwischen öffentlichen und privaten Räumen erzeugt. Hier schafft nicht Abstand sondern Nähe eine adäquate Situation. Auf der Ostseite wird ein parzellenübergreifender, öffentlich zugänglicher Garten vorgeschlagen, in dem die bestehenden Villen und das Atelier stehen. Weder das Fotoatelier Bär noch die Villa Wohlfender müssen verschoben werden. Mit der Freihaltung der östlichen Arealhälfte bestehen Landreserven für zukünftige Erweiterungsprojekte der Verwaltung; bis dahin entsteht ein parkartiger, öffentlicher Freiraum. Der Garten ist Teil eines übergeordneten Grünraums, der vom Staatsarchiv bis zum Botanischen Garten reicht.
Architektonischer Ausdruck: kontextbezogene Materialisierung und Tektonik
Über die Materialisierung und Gliederung der Fassaden entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Neubau und Regierungsgebäude sowie der weiteren Stadtstruktur. Durch die Verkleidung aus gehobeltem, in hellem, warmen Grau lasiertem Nadelholz tritt der Neubau in seiner Bedeutung hinter die steinernen Nachbarn von Regierungsgebäude und Spannerschulhaus zurück. Aufgrund des tektonischen Fassadenaufbaus mit differenziertem Relief erfährt der architektonische Ausdruck gleichzeitig eine Nobilitierung, die ihn als öffentliches, urbanes Gebäude auszeichnet und historische Bezüge zur Innenstadt an der Promenadenstrasse aufbaut. Die klassizistischen Anleihen der Fassadentektonik schaffen eine Ensemblewirkung und werden der Ortsbildpflegezone gerecht. Auch bezüglich der Rückseite der Vorstadtzeile und als räumlicher Abschluss des Gartens bietet die Materialisierung in Holz und die Tiefe der Reliefierung eine adäquate Stofflichkeit und die nötige «Weichheit» im Ausdruck.
Nutzungsverteilung und Betrieb: Übersichtlichkeit und Flexibilität
Der Erweiterungsbau ist an der Staubeggstrasse adressiert, wo sich der Haupteingang befindet. Die Verbindung zum Regierungsgebäude erfolgt über einen Nebeneingang vom Hof aus. Gleich daneben befindet sich die Anlieferung. Den zwei Eingängen entsprechen zwei vertikale Erschliessungen im Innern: Hinter dem Haupteingang und dem Empfang findet sich die Haupttreppe mit Aufzug. Beim hofseitigen Nebeneingang besteht ein zweites Treppenhaus für den internen Gebrauch. Die Tiefgarageneinfahrt ist am vorgegebenen Ort geplant und ins Gebäude integriert.
Im Erdgeschoss werden drei Nutzungseinheiten gebildet: Zum Empfang werden die allgemeinen Sitzungszimmer mit Foyer und Toiletten sowie die Cafeteria mit Aussenraum gruppiert. Diese Einheit funktioniert unabhängig vom Verwaltungsbetrieb. Eine zweite Einheit bildet Postdienst und Copycenter. Das Copycenter ist für die Mitarbeiter nahe der Haupterschliessung gut erreichbar, die Post ist direkt mit der hofseitigen Anlieferung verbunden. Die dritte Einheit umfasst ein halbes Verwaltungsmodul. Die Arbeitsplätze sind zum Garten hin orientiert. Aufgrund des leicht abfallenden Terrains befinden sie sich im Hochparterre, was Privatsphäre und Diskretion schafft.
Die drei Obergeschosse bieten Raum für je eineinhalb Verwaltungsmodule. Die halben Module sind über das Nebentreppenhaus miteinander verbunden. Die Raumschicht um den Hof dient der Kommunikation unter den Arbeitenden, dem Aufenthalt, der Besprechung und der Erschliessung. Die Arbeitsplätze sind allseitig nach Aussen orientiert. Je nach Büroorganisation werden zwischen 176 und 226 Arbeitsplätze angeboten. Die Geschosse sind aufgrund der neutralen Tragstruktur unterschiedlich und flexibel unterteil- und nutzbar. In nebenstehenden Schemen werden neben den geforderten Verwaltungsmodulunterteilungen auch grössere und kleinere Einheiten nachgewiesen. Im ersten Obergeschossplan wird ein Layout mit offenen und abgetrennten Arbeitsplätzen aufgezeigt.
Mit den drei Untergeschossen werden lediglich der Neubau sowie der befestigte Hof unterbaut. Im ersten Untergeschoss befinden sich die geforderten, öffentlichen Parkplätze, darunter die internen. Die Archiv- und Nebenräume sind direkt von der Haupttreppe und dem grossen Aufzug her zugänglich.
Gebäudestruktur: Deckenspiegel als raumbildendes Element
Die Gebäudestruktur wurde aus den Bedingungen des Programms und der Nutzung entwickelt: Sie soll nicht eine bestimmte Form der Büroorganisation vorgeben, sondern vielmehr selbstsprechend räumliche Qualitäten schaffen. In der zunächst offen gedachten Skelettstruktur sind es die tragenden Stützen sowie die Primärträger der Decken, welche den Raum bilden. Diese Primärstruktur spannt sich zwischen den Aussenfassaden und dem kreisrunden Innenhof auf. Die Tragbalken laufen dabei radial auf die Hofmitte und prägen über die starke Form des Deckenspiegels den Innenraum. Die Deckenuntersicht bleibt konsequenterweise frei von Haustechnikinstallation und Beleuchtung. Der Hof ist dabei strukturelles, organisatorisches und betriebliches Zentrum des Gebäudes: Die Raumschicht um den Hof dient der Kommunikation unter der Arbeitenden, dem Aufenthalt, der Besprechung und der Erschliessung. Alle Räume richten sich auf diese leere Mitte: Die Zusammenführung der Verwaltungseinheiten wird hier sinnbildlich umgesetzt. Unabhängig der Büroorganisation entstehen in dieser Struktur Arbeitsplätze mit einem hohen Mass an Individualität.
Konstruktion: Skelettbau in Holzbauweise mit hoher Wirtschaftlichkeit
Über den massiven Untergeschossen in Stahlbeton ist das Gebäude skelettartig in Holzsystembau durchgebildet. Die Primärstruktur ist von den Aussenfassaden verlaufend orthogonal ausgerichtet und fächert sich nach einer Stützenreihe im Innern Richtung Innenhof zusammen. Primärträger in Brettschichtholz mit einer Standarthöhe von 600 Millimetern tragen die lediglich drei Meter gespannten Brettsperrholzdecken, welche mit einer gebundenen Schüttung beschwert sind. Die vertikale Lastabtragung erfolgt über Stützen, die sich dem Kraftverlauf entsprechend in den oberer Geschossen verjüngen. Um die Kräfte im Auflagerbereich effizient einleiten zu können, werden die Primärträger mit Hartholzeinleimern verstärkt. Als Positions- und Lagesicherung und für die Brandfallbemessung sind die Träger über ein Einhängeprofil Stirnseitig zusätzlich mit den Stützen verbunden.
Hinsichtlich des Brandschutzes werden die Geschossdecken normgerecht auf 60 Minuten Abbrand dimensioniert. Die Bauweise der Geschossdecken mit einer gebunden Schüttung ermöglicht es ohne viel Feuchteeintrag und lange Arbeitsunterbrüche den Vorteil der trockenen Holzbauweise zu nutzen, ohne beim Schallschutz Abstriche machen zu müssen. Als Hauptstabilisierung dienen dem Gebäude die Treppenkerne in Massivbauweise. Über alle Geschosse abgestimmte und übereinanderliegende Wandscheiben erreicht man ausgeglichene Steifigkeiten mit wenig exzentrischen Lasten. Die Kompaktheit des Baukörpers und das gewählte Tragwerk ergeben eine hohe Wirtschaftlichkeit.
Der grosse Massstab – Das Territorium als städtebauliches Kriterium
Die bisher realisierten Bauten im Hochbord weisen in ihrer städtebaulichen und formalen Ausprägung eine grosse typologische Varianz auf und verfügen dementsprechend über eine gewisse urbanistische Autonomie. Freistehende Wohntürme, Blockrandbebauungen und andere Gebäudeformen besetzen die Parzellen des mehr oder weniger orthogonalen Strassennetzes. Der in früheren Studien konzipierte Blockrandplan wird nicht umgesetzt.
Unser Projekt «Hoffnig» sucht seine Integration im Stadtteil Hochbord deshalb nicht unmittelbar im städtebaulichen Kontext, sondern strebt – seiner Bedeutung als Auftakt am Bahnhof Stettbach entsprechend – eine Einordnung und Ausrichtung auch auf territorialer Ebene an. Damit sind der topografische Übergang von der Glatttalebene zum nördlichen Hang des Zürichbergs sowie die übergeordneten Infrastrukturen mit der Ausfallsachse der Zürichstrasse und der orthogonal dazu verlaufenden S-Bahnlinie gemeint.
Die zwei Bauten von Turidomus und Senn bilden zusammen eine städtische Grossform, die in ihrer Stellung quer zum Hang den Übergang von Zürichberg zur Glatttalebene akzentuiert, das Infrastrukturkreuz von Zürichstrasse und S-Bahn besetzt und als Stadtkante zwischen den Städten Dübendorf und Zürich vermittelt. In ihrer Massstäblichkeit baut sie so Verbindungen zu den Landmarks der neuen Stadtteile Richti-Areal und Zwicky-Areal in Wallisellen und Dübendorf auf.
Das Projekt spannt zusammen mit der Überbauung Sunnigehof einen leicht trichterförmigen Raum auf, der die Landschaftsräume des Zürichberghanges und der Glatttalebene verbindet. Darin eingestellt ist der «Pavillon» des Bahnhof Stettbach.
Der lokale Kontext – Die Aussenräume als Keimzelle der Stadt
Neben seiner Verortung im geografischen Raum schafft das Projekt aber auch unterschiedliche und differenzierte städtische Räume im lokalen Wirkungskreis. Nach aussen verbinden sich die kommerziellen Erdgeschossnutzungen über Arkaden zum Bahnhofsplatz, zur Zürichstrasse sowie zum oberen Abschnitt der Strasse «Am Stadtrand» mit den unmittelbar angrenzenden öffentlichen Räumen. An diesen Orten werden die Arkaden als städtische Elemente eingesetzt, um einerseits eine räumliche Öffnung vom Gebäude zum Aussenraum zu ermöglichen und gleichzeitig den Passanten einen hohen Komfort anzubieten.
Die zwei Bauten von Turidomus und Senn umfassen zudem im Innern einen in Proportion und Ausgestaltung spezifischen städtischen Raum, der eine unverwechselbare Identität für das Areal «Hoffnig» schafft und gleichzeitig als Verbindungsraum zwischen Bahnhof Stettbach und dem Hochbord-Quartier frequentiert wird. Er kann für die nordöstlich angrenzende Parzelle als Referenz für eine Weiterführung gelten, behält seine Gültigkeit aber auch, falls dort eine andere Bebauungsform realisiert wird. Anders als etwa ein Boulevard ist er nicht auf eine Fortsetzung angewiesen.
Die diagonal versetzte Anordnung der Arkaden am Bahnhofsplatz und «Am Stadtrand» zeichnen zusammen mit den Zugängen zum Hofraum eine S-förmige Bewegungslinie vor, welche den Bahnhof Stettbach mit dem Stadtteil Hochbord verbindet. Der Stadthof ist Transitraum und Aufenthaltsort in einem und kann für verschiedene Veranstaltungen wie Wochenmarkt, Velobörse o. ä. genutzt werden. Seine attraktive räumliche Präsenz stärkt ihn gleichzeitig als Standort und Anlaufpunkt für die umlaufenden Geschäftsräume im Erdgeschoss. So profitieren auch die Läden an der Strasse «Am Stadtrand» durch ihre zweiseitige Ausrichtung vom Stadthof und seinen Passanten.
Der zweite zentrale Aussenraum ist ein den Bewohnern des Areals Hoffnig vorbehaltener, gemeinschaftlicher Wohnhof. Im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss öffnen sich Lauben sowie offene Erschliessungsräume und verbinden diese mit dem Hofraum. Dieser ist kleinräumiger gegliedert, bepflanzt und versorgt die Bewohner mit den nötigen Alltagsinfrastrukturen wie Spielplatz oder Sitzgelegenheiten. Zum Stadthof kann er nachts durch zwei Toranlagen getrennt werden, nach Norden wird er über eine terrassenartige Kante zum Umraum abgeschlossen.
Erschliessung und Nutzung – Entflechtungen und Synergien
Die Erschliessungsstruktur ist eine direkte Antwort auf die Anforderungen einer städtischen Architektur sowie der spezifischen Nutzungsanordnung des Projektes. So sind im Gebäude der Turidomus die Nutzungen vertikal gegliedert: Die Flächen für Verkauf befinden sich im Erdgeschoss, die restlichen gewerblichen Flächen im ersten Obergeschoss, darüber folgen die Wohngeschosse.
Kernelement der Erschliessungsstruktur sind nach aussen offene und damit gut einsehbare Streetdecks im ersten Obergeschoss, welche hier die gewerblichen Nutzungen direkt aus dem Aussenraum (und entsprechender Adressbildung zum Bahnhofplatz) erschliessen.
Auch die Eingänge zu den Vertikalerschliessungen zu den Wohngeschossen gehen von den Streetdecks ab. Damit gibt es keine Überschneidungen von Gewerbe- und Wohnungszugängen in Vertikalerschliessungen. Zudem müssen die Treppenhäuser nicht bis in Erdgeschoss geführt werden, was die freie Einteilbarkeit der Verkaufsflächen beträchtlich verbessert und grosse Flexibilität schafft. Im Bereich des Gartenhofes werden über das u-förmige Streetdeck die kleinteiligen Alterswohnungen effizient erschlossen und räumlich über den Gartenhof zusammengefasst.
Auch beim Gebäude für Senn ist über der Arkade an der Zürichstrasse ein Streetdeck vorgesehen, wodurch sich im Erdgeschoss eine zusammenhängende Fläche für einen Grossverteiler ergibt. Die Streetdecks lassen sich an diskreten Stellen automatisch schliessen, sodass sie nachts nur für die Bewohner zugänglich sind.
Die städtebauliche Setzung in Kombination mit der beschriebenen Erschliessungsstruktur erzeugt eine einfache und klare Adressbildung: Zum Bahnhofsplatz hin weist das Areal drei Zugänge auf und auf der Erdgeschossebene verfügen auch die Verkaufsflächen «Am Stadtrand» über einen einfach auffindbaren Anschluss zum Bahnhof.
Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Mit dem architektonischen Ausdruck wird eine städtische Architektur angestrebt, die für den angestrebten Massstab über die notwendige Robustheit und Einfachheit verfügt und einen Beitrag zum urbanen Charakter des Hochbord-Quartiers leistet.
Vorgeschlagen wird eine Primärgliederung über eine umlaufende, vertikale Pfeilerordnung als Abbild des inneren Skeletts, welche hilft die unterschiedlichen Geschosshöhen aufzunehmen und die Bauten als Ganzes «zusammenhält». Sekundär treten die Geschossebenen sowie eine dritte Ebene (Storenkästen, teilweise zusätzliche vertikale Teilung) in Erscheinung. Das differenzierte Relief wird mit vorfabrizierten, eingefärbten, dünnwandigen Betonlementen ausgeführt.
Die Felder werden je nach Nutzung offener oder geschlossener ausgebildet. Die Fassade reflektiert mit der umlaufenden Pfeilerstellung und den auf die Nutzungen abgestimmten «Füllungen» die beiden Massstäbe des Territorialen und Lokalen.
Nutzungsangebote, Tragstruktur und Flexibilität
Beiden Gebäuden und sämtlichen Nutzungen ist eine bis in die Tiefgarage vertikal durchgehende Tragstruktur auf festem Raster unterlegt. In diesem Raster sind die Fassaden sowie eine Stützenreihe auf der Mittelachse tragend (einzig der Gebäudeteil an der Zürichstrasse besitzt zwei innere Tragachsen). Die gewählte Struktur bietet maximale Flexibilität und Effizienz in der Planung und bei späteren Umbauten.
Die Wohnungen im Gebäude von Turidomus sind grossmehrheitlich Ost-West ausgerichtet und bieten der Orientierung entsprechend – trotz kleinen Wohnflächen – ein «Durchwohnen». Die Wohnungen sind kompakt und praktisch geschnitten. Auf Erschliessungsflächen innerhalb der Wohnungen wurde zugunsten grosser Zimmer und Wohnräume verzichtet.
Die Aussenräume in Form von sehr privaten Loggien sind knapp gehalten, bieten aber mit einer äusseren Verglasung einen hohen Nutzwert als Dreijahreszeiten-Zimmer. Sie vergrössern die eher knappen Wohnungsflächen. Als zusätzliche Aussenräume werden neben dem Gartenhof Dachterrassen für den Sommer angeboten.
Die Wohngeschosse beginnen ab dem zweiten Obergeschoss und sind gegenüber dem Stadtniveau gegen Einsicht gut geschützt. Eine Mehrzahl der Wohnungen verfügt damit auch über Fernsicht ins Glatttal und auf den Zürichberg.
Im Bereich der Gewerbeflächen von Turidomus wurden zwei Nachweise erarbeitet. Zum einen Alterswohnungen um die 40 bis 58 Quadratmeter auf dem ersten Obergeschoss und um den Gartenhof. Zum anderen Wohnateliers im Erdgeschoss mit rund 100 Quadratmetern. Sie verfügen über ein Zwischengeschoss, das privatere Bereiche bietet.
Im Gebäude von Senn werden ebenfalls verschiedene Nutzungsvarianten nachgewiesen. Diese umfassen ein Hotelgeschoss mit Zimmern um die 25 Quadratmeter sowie einige Long-stay-Apartments mit 44 und 56 Quadratmetern. Bei den Büroflächen werden sowohl Einrichtungen von kleinen Einheiten auf Basis von 25 Quadratmetern wie auch Gross- oder Kombibüroflächen aufgezeigt.
Die Gewerbe- und Verkaufsflächen im Erd- und ersten Obergeschoss beider Gebäude können grundsätzlich frei unterteilt werden. An der Zürichstrasse besteht im Gebäude von Senn die Möglichkeit einen Grossverteiler einzumieten.
Städtebau: Volumetrie, Topografie und Innenraum als Einheit
Die beiden Baufelder A und D von Swarovski 2.0 werden je mit einem flachen Baukörper mit zwei bis zweieinhalb Geschossen besetzt, welche praktisch die gesamte bebaubare Grundstücksfläche in Anspruch nehmen. Die beiden Neubauten setzen sich damit in der Höhe deutlich vom Hauptbau Swarovski 1.0 ab und respektieren dessen dominante, in sich geschlossene Form und seinen repräsentativen Charakter; mit seiner einfachen, rechteckigen Grundfläche rahmt der Neubau auf Baufeld D zusammen mit dem ebenfalls flachen, rechteckigen Baukörper östlich von Swarovski 1.0 gleichsam den Hauptbau auf diskrete Art. Der vorgeschlagene Neubau auf Baufeld A ist nochmals ein halbes Geschoss niedriger und gewährt entsprechend Rücksicht zum Grundstück der AXA im Nordwesten.
Volumetrie, vorgefundene Topografie und innenräumliche Organisation bilden eine konzeptuelle Einheit. Damit ist die direkte Entsprechung zwischen der inneren Lage der Geschossebenen, welche in vier «Quadranten» jeweils um ein halbes Geschoss zueinander versetzt sind, und der umgebenden Topografie gemeint. Diese zeichnet sich durch eine feine Kuppe zwischen Swarovski 1.0 und Ramensteinweg sowie einem Ansteigen zwischen Alter Landstrasse und Bahngeleisen aus. Die Anordnung der Geschossebenen folgt diesem topografischen Verlauf, gewährt eine selbstverständliche Einordnung des flachen Baukörpers und reduziert die nötigen Abgrabungen auf das baurechtlich Mögliche.
Eineinhalbgeschossige Räume akzentuieren städtbaulich wichtige Situationen: beim Neubau auf Baufeld A jene Stelle, wo der Baukörper an die Alte Landstrasse vorstösst, beim Neubau auf Baufeld A die Kreuzung von Ramensteinweg und Alter Landstrasse. Der Eingang befindet sich bei Neubau D im Verbindungsbau zum Hauptgebäude und erlaubt eine betrieblich effiziente Erschliessung, beim Neubau A erfolgt der Zugang direkt von der Alten Landstrasse.
Die Aussenraumgestaltung ist entsprechend der Büronutzung zurückhaltend und frei von utilitarischen Notwendigkeiten angedacht. Bis auf zwei nutzbare, chaussierte Aussenbereiche für die Pausen der Mitarbeiter von Swarovski sind die Gartenanlagen nicht begehbar. Sie werden mit hochwachsenden Gräsern und einzelnen Baumgruppen bepflanzt und haben die Funktion eines Schaugartens.
Untergeschosse
Die halbgeschossigen Versätze der oberen Ebenen setzen sich in den Untergeschossen teilweise fort. Sie nehmen hauptsächlich die geforderte Zahl an Parkplätzen auf, die über die Tiefgarage von Swarovski 1.0 erschlossen sind. Die Untergeschosse sind so ausgelegt, dass im Aushub wenig Fels abgetragen werden muss. Im ersten Untergeschoss befindet sich zudem die Verbindung zwischen den Baufeldern A und D. Sie liegt so, dass an ihren Endpunkten jeweils natürliches Licht eintritt.
Die Tiefgarage wurde im Rahmen der Überarbeitung vereinfacht und rationalisiert, sodass weniger Rampen notwendig sind und eine bessere Übersicht gewährleistet wird. Die optionale zweite Ein-/Ausfahrt ist neu direkt ab der alten Landstrasse vorgesehen, wo die Sichtweiten gegeben sind. Die Lager- und Technikräume im 2. Untergeschoss sind über kurze Wege an die Lifte von Swarowski 1.0 und Swarowski 2.0 angebunden. Der dienende Verkehr zu diesen Räumen (bspw. Transport von Mobiliar) erfolgt damit nicht durch Büro- und repräsentative Bereiche wie die Lobby.
Innenraum: horizontale Raumausdehnung über halbgeschossige Versätze
Die innenräumliche Organisation entspricht dem flachen Baukörper und zeichnet sich durch eine horizontale Raumausdehnung mit grosser Flexibilität aus. Die Horizontalität der Raumausdehung ist das Resultat der grossen, rechteckigen Grundfläche, die in vier ungleich grosse «Quadranten» geteilt ist, die jeweils ein halbes Geschoss zueinander versetzt sind. Die Gebäude weisen daher keine konventionelle Geschossigkeit auf. Die Geschossebenen definieren vielmehr eine offene «Landschaft» – gleichsam eine der äusseren folgende innere Topografie –, welche vielfältige Durchblicke und Raumbezüge von Ebene zu Ebene gewährt. Diese innenräumliche Organisation der Büros erzeugt Übersicht und gute Bedingungen für die Kommunikation der Mitarbeiter untereinander.
Eine durchgehende Dachebene schliesst diese innere Topografie nach oben hin ab und schafft im Südwesten und Nordosten überhohe Räume (Niveau +6.10). Hier befinden sich die grossen Sitzungszimmer sowie je ein Coffee point, welche dadurch in ihrer Bedeutung als repräsentative und gemeinschaftliche Bereiche ausgezeichnet werden. Auch die Coffee points auf dem Niveau +2.70 weisen eine solche Überhöhe auf. Das kleinere Gebäude auf Baufeld A ist analog organisiert.
Zwei Höfe: innenräumliche Zonierung und Belichtung
Der Innenraum wird im weiteren durch zwei längsrechteckige Höfe zoniert. Sie definieren grosse, flexibel nutzbare und gut belichtete Büroflächen mit einer Tiefe von den geforderten 15.5 Metern. Sie lassen sich damit in alle geforderten Büroformen unterteilen. Die Mittelzone mit einer Breite von 2.4 Metern (bei beseitig grossen Layoutmodulen) lässt Platz für Rückzugsräume, Copy centers und Kleinbesprechungsräume. In den schmalen Verbindungsstücken in Nord-Süd-Richtung befinden sich offene Treppenanlagen sowie im mittleren Bereich zwei weitere, zentral gelegene Coffee points. Die Multifunktionsfläche erhält beidseitig Tageslicht über Oberlichtbänder, lässt sich in 50-Quadratmeter-Einheiten unterteilen sowie in den Archivbereich erweitern (Niveau +1.00).
Die Höfe werden nicht bepflanzt, verfügen aber je über eine Thema am Hofboden. Der Boden des südlichen Hofes, welcher in Verbindung mit dem Eingang und Lobby steht, besitzt ein flaches Wasserbecken, im dem ein Teppich aus Wasserlinsen kultiviert wird. Ihre hellgrüne Farbe füllt den Hofraum mit einer leuchtenden Farbigkeit. Der nördliche Hof ist mit grossen Steinplatten belegt, auf denen das Wetter Spuren hinterlässt. Bei Regen wird durch das unterschiedlich schnelle Abtrocknen auf den konkav und konvex geschliffenen Natursteinplatten ein wechselndes Bild gezeichnet. Das Regenwasser als dünner Film spiegelt die Wolken und Hoffassaden.
Zentrale Erschliessung: Flexibilität und Fremdvermietung
Die wesentlichsten Änderungen der Überarbeitung betreffen die Art der Erschliessung: während die Erschliessung auf dem Stand der ersten Wettbewerbsstufe zirkulär angedacht war und damit störenden Durchgangsverkehr in den Büroräumen erzeugen kann, sieht das überarbeitete Projekt eine zentrale Erschliessung aus dem Innern respektive über die zwei Treppenhäuser mit Lift vor. Möglich wird diese Art der Erschliessung durch Grundrissanpassungen im Erdgeschoss N±0 respektive eine Längsstellung der zentralen Lobby über die ganze Hoflänge, sodass die beiden mittigen Treppenhäuser ohne Querung von Büroräumen erreicht werden können. Damit wird auch die Möglichkeit einer flexiblen Fremdvermietung eröffnet (vgl. entsprechende Schemen) und sämtliche Bereiche sind hindernisfrei und allgemein zugänglich. Die offenen Treppenanlagen im Süden und Norden dienen weiterhin der internen Erschliessung, dem Erreichen der Coffe points sowie als «short-cuts». Die Qualitäten der horizontalen «Offenheit» und entsprechender Möglichkeiten der Kommunikation unter den Mitarbeiter bleiben bestehen.
Unterteilbarkeit: Nutzungseinheiten und allgemein dienende Räume
Die Bürogeschosse auf den Niveaus N+1 und N+2 wurden dahingehend überarbeitet, dass die im Programm dargstellten «Idealpläne» respektive Nutzungseinheiten nachgewiesen werden. Die Nutzungseinheiten weisen zwischen 28 bis 43 Arbeitsplätze auf (Programm 30 bis 35 AP) und werden jeweils direkt, gemäss oben beschriebenem Prinzip aus dem Zentrum erschlossen (vgl. entsprechende Schemen). Innerhalb einer Nutzungseinheit werden Teambereiche mit 1 bis 10 Arbeitsplätzen ausgewiesen. Abweichend zum Programm bestehen einzelne, kleinere Nutzungseinheiten mit zirka 12 Arbeitsplätzen und eigenem Eingang sowie eigenem Druck- und Kopierbereich. Ebenfalls allgemein zugänglich – das heisst im Falle von Fremdvermietung für alle Mietparteien – sind Poststelle, Scanraum, Multifunktionsflächen, Ruheraum/Sanitätszimmer und die Garderoben/Duschen.
Architektonischer Ausdruck: zwischen Schwere und Entmaterialisierung
Der architektonische Ausdruck unterstreicht die Absicht einer diskreten, eleganten Rahmung des Hauptgebäudes. Anders als Swarovski 1.0 weisen die dunklen Fassaden der Neubauten über die Schattenbildung eine «Tiefe» auf: vor eine einfache Stahlrahmen-Glas-Fassade im vorgegebenen Raster von 1.35 Metern wird eine Stahlblechstruktur montiert. Die Rahmen dieser Struktur nehmen den äusseren Sonnenschutz und die Absturzsicherungen auf. Das Gebäude lässt sich damit auch natürlich belüften (ein Teil der Flügel kann für die Nachtauskühlung motorisch geöffnet werden, im Bereich der Arbeitsplätze können Scheren zur Öffnungsbegrenzung eingebaut werden). An ausgezeichneten Stellen, wie beispielsweise vor Sitzungszimmern und Coffee points erreicht die Fassadentiefe die Dimension eines Stehbalkons, welche in den Pausen genutzt werden können und teilweise der Entfluchtung dienen.
Die Stahlblechteile wie auch die Fensterprofile werden dunkel und matt beschichtet. Auf der äussersten Ebene der Rahmen werden schwarz hinterlegte Gläser montiert, die gleich den metallenen Teilen einmal dunkel erscheinen, an anderen Stellen aber den Himmel reflektieren. Die Neubauten oszillieren damit zwischen Schwere und Entmaterialisierung: die gläsernen, spiegelnden Rahmen lösen sich gleichsam von den dunklen Fugen und offenen Ecken ab. Vertikale Grünkörper aus Efeu an jeder Fassadenseite «verwischen» die Geschossversätze nach aussen hin und gliedern die Fassadenabwicklung in vier Abschnitte. Im Innenraum zeichnen sie nochmals die Coffee points aus.
Baurecht
Das Projekt wurde auch hinsichtlich der minimalen baurechtlichen Verstösse überarbeitet. So wurden die auskragenden Stehbalkone auf der Ostseite auf das zulässige Mass von einem Drittel der Fassadenlänge reduziert. Die vorgesetzten Stahlblechrahmen im Baubereich D auf der West- und Nordseite überschritten das zulässige Mass um 0.25m und nicht wie in der Rückmeldung angegeben um 0.40m. Das Gebäude wurde zur Einhaltung dieser Masse entsprechend verschoben. Auf der Ostseite zu Swarowski besteht weiterhin ein kleine Übertretung, die aber im Rahmen des Vorprojektes durch eine minimale Verkleinerung des Volumens bereinigt werden kann. Der im Gestaltungsplan vorgegebene Abstand von 10.0m zu Swarowski 1.0 wird mit dem Projekt aber eingehalten.
Oberirdische Verbindungen
Zwischen Swarovski 1.0 und dem Neubau auf Baufeld D wird eine kurz, oberirdische Verbindung auf Erdgeschossniveau angeboten, wo sich auch ein Eingang befindet. Die Verbindung liesse sich auch in den Obergeschossen realisieren, da die Geschosshöhen von Swarovski 1.0 und 2.0 praktisch übereinstimmen. Auch zwischen den Neubauten liesse sich eine oberirdische Verbindung bauen; die Raster zwischen den Bauten sind aufeinander abgestimmt.
Energie, Betrieb und Wirtschaftlichkeit
Die kompakten Gebäudevolumen mit maximalen Gebäudetiefen von 15.5 Metern lassen eine Realisierung im Minergiestandard zu. Die gute natürliche Belichtung hält den Strombedarf für die künstliche Beleuchtung tief. Vorgeschlagen wird zudem eine Photovoltaikanlage mit horizontal liegenden Panellen, welche gleichsam eine fünfte, ebenfalls dunkel-gläserne Fassade bilden und für den Betrieb ausreichend Strom generiert. Die Tragstruktur weist einen wirtschaftlichen Stützenabstand von zirka 5 mal 8 Metern auf und die Lastabtragung durchgehend erfolgt vertikal. Das konstruktive Konzept sieht im weiteren eine konsequente Systemtrennung vor; elektrische und lüftungstechnische Installationen werden einem Hohlboden geführt und können jederzeit an veränderte betriebliche Anforderungen angepasst werden.
Areal und Stadtraum
Fünfzehn Jahre nachdem das von Diener und Diener entworfene städtebauliche Konzept im Entwicklungsrichtplan der Stadt Baden festgesetzt wurde, hat sich das ehemalige Werkareal der ABB stark verändert: aus der einst abgeschlossenen «Industriestadt» entwickelte sich einer der urbansten und dichtesten Räume Badens. Nebst einer Vielzahl von ABB-Tochterfirmen und -ablegern siedelten sich auch verschiedene KMU hier an. Aus dem industriell-gewerblich geprägten Quartier ist ein Dienstleistungsviertel entstanden.Stadträumlich bestehen die Qualitäten des ehemaligen Werkareals weiterhin: sie äussern sich im pragmatischen, orthogonalen Raster der Gesamtanlage, in scheinbar zufälligen Leerräumen, die heute als vielfältige Aussenräume funktionieren und im durchgehenden Asphaltboden ohne Absätze und Trottoirs, worauf die grossen Baukörper ohne Sockelausbildungen stehen. Die Brown-Boveri-Strasse und der Kreuzweg sind die einzigen durchgehenden Erschliessungsachsen für Autofahrer, Velofahrer und Fussgänger im Areal. Sie sind im Stadtplan – vergleichbar einem römischen Stadtgrundriss – als sich kreuzende Achsen erkennbar.
Baukörper und Höhenentwicklung
Die vorgeschlagenen Hochhäuser fügen sich selbstbewusst ins bestehende orthogonale Raster des ehemaligen Werkareals ein. Ihre Stellung und Eingangssituation bindet die Häuser direkt an das beschriebene Achsenkreuz von Brown-Boveri-Strasse und Kreuzweg an, hebt damit ihre Bedeutung für Baden Nord hervor und ergibt eine einfache Adressbildung bei allfälliger Fremdvermietung.
Die beiden Körper sind in Volumen und Geometrie affin. Die einfachen Grundrissgeometrien der je leicht verzogenen Rechtecke steigern die plastische Präsenz der Körper, reagieren auf geringe Verdrehungen im Stadtgrundriss (Hochhaus Ost) oder sorgen für aussenräumliche Dekompressionen (Hochhaus Nord) – in vergleichbarer Weise wie dies der PowerTower über leichte Brechungen der Volumetrie erreicht. Während die gerichtete Grundrissfigur des Hochhauses Ost seine städtebauliche Stellung am Ende des Kreuzweges und die Parallelität zum Gleisstrang thematisiert, verhält sich das Hochhaus Nord zentrisch und erzeugt so eine stadträumliche Verdichtung in der dreiseitig von Bauten besetzten Situation. Diesen Absichten folgt auch die Höhenentwicklung der beiden Häuser: das Hochhaus Ost (rund 65m) erhebt sich deutlich über die umliegenden Bauten, akzentuiert den östlichen Abschluss des Areals und verweist übergeordnet auf die Talrichtung. Das gedrungenere Hochhaus Nord (rund 50m) hingegen verdichtet die bestehende Situation mit dem Konnex-Bau (35m) und dem Powertower (27m). Die Gebäudehöhen erzeugen einen vertretbaren Schattenwurf auf areal-externen Gebieten. In der Fernwirkung ergänzen die beiden Häuser spannungsvoll, gleichzeitig aber unaufgeregt die Stadtsilhouette. Die Höhenstaffelung erzeugt – etwa von der Burg oder dem Schartenfels aus gesehen – eine perspektivische Tiefenwirkung in Talrichtung.
Architektonischer Ausdruck und Materialisierung
Die beiden Hochhäuser entsprechen sich in Konstruktion und Materialisierung. Gesucht wurde ein für «Filialbauten» angemessener architektonischer Ausdruck: eine effiziente «Dienstleistungsmaschine» in elegant-mondänem Kleid. Vorgeschlagen wird eine kostengünstige, einschalig-gläserne Curtain-Wall-Fassade mit einer Fenstergliederung im geforderten Raster von 1.35 m. Der Repetition und Kleinteiligkeit des Bürorasters und der Geschossigkeit wirkt eine zweite Ordnung entgegen: die Fassadenhaut ist in ein Relief aus «Platten» gegliedert, die jeweils elementweise um 20cm nach aussen vorspringen. Damit wird ein übergeordneter Massstab eingeführt, der dem Bürohaus eine einprägsame, spezifische und widerständige Physiognomie verleit, die auch in der Fernsicht ihre Wirkung entfaltet.
Im Weiteren finden das innovative Nachhaltigkeitskonzept respektive die Gebäudetechnik ihren Ausdruck in der Fassade. Die beim dezentralen Lüftungs-system an den Geschossstirnen eingesetzten «Airboxen» (vgl. Energie- und Gebäudetechnikkonzept) zeichnen sich als ornamentales «Pailettenmotiv an der Fassade ab und der aufgrund flächig versetzter Photovoltaikelemente schräg geschnittene «Dachhut» erzeugt eine stille Expressivität. Der gläsern-kristalline Charakter der Gebäude bezieht sich auf die neueren Bauten der Umgebung (Hotz, Diener & Diener) und die Transformation des Areals zum Dienstleistungsquartier.
Innenraum und Nutzung
Die beiden Hochhäuser werden je über ein schmales, lang gestrecktes Foyer erschlossen, das sich im Bereich des Kerns in die Grundrisstiefe erweitert und über zwei Geschosse reicht. Neben dem Kern gliedert primär die Entfluchtung der Unter- und Obergeschosse das Erdgeschoss. An das Foyer angegliedert finden sich neben der Empfangsloge einzelne, repräsentative Sitzungs- oder Konferenzräume, die intern wie auch extern verwendet werden können (Kundenkontakte). Jeweils rückseitig befinden sich die Anlieferungen, die mit den Anlieferungen angren-zender Gebäude zusammengefasst werden.
Der Weg zu den Obergeschossen führt über straff organisierte Erschliessungskerne, wo beispielsweise Entfluchtungsschleusen auch als Vorräume für Toilettenanlagen fungieren; das Haustechnikkonzept minimiert zudem die Schachtquerschnitte. Die einzelnen Bürogeschosse weisen demnach eine gute Flächeneffizienz auf (NF zu GF durchschnittlich 76%).
Die leicht asymmetrische Setzung der Erschliessungskerne im Grundriss erlaubt verschiedene Raumzonierungen und Clusterbildungen in übersichtlichen und angenehmen Grössen, auch bei einer maximalen Belegung von 98 Arbeitsplätzen pro Geschoss. Die Vorsprünge der Fassadengliederung unterstützen solche Zonierungen (gewissermassen Andockstellen) – sie werden so auch innen-räumlich wirksam. Die asymmetrische Kernposition erlaubt zudem an den Kern anschliessende Aussparungen in den Geschossdecken. Sie bieten die Möglichkeit, innenliegende, mehrgeschossige Hallen zu schaffen. Solche Kommunikations-räume verfügen über eine interne Treppe und fördern erwiesenermassen den Informationsfluss und damit die Produktivität des Unternehmens. Infrastruktur-räume wie Teeküchen können daran angegliedert werden (Schacht). Da wo solche Räume nicht benötigt werden, werden die Deckenaussparungen in Leichtbauweise geschlossen.
Die in den Grundrissplänen gezeigten Innenausbauten und Möblierungen zeigen die Möglichkeiten und die Flexibilität der Bürogeschosse. Im Sinne eines möglichst breiten Spektrums wird dabei auch aufgezeigt, wie in den obersten Geschossen möblierte 2 1/2 – bis 3-Zimmer-Business-Apartments mit entsprechenden Serviceleistungen angeboten werden könnten. Solche Alternativen zum Hotelaufenthalt haben sich als erfolgreiche Angebote erwiesen.
Untergeschosse und Parkierung
Im Hochhaus Nord sind drei, im Hochaus Ost zwei Untergeschosse vorgesehen. Die Untergeschosse des Hochhauses Ost dienen ausschliesslich der Lagerung von Mobiliar und der Aufnahme von Gebäudetechnik. Es besteht keine unterirdische Verbindung zum dreigeschossigen Parkierung unter dem Brown Boveri Platz (600 PP), da dieses nicht ausschliesslich dem Hochhaus reserviert bleiben soll. Zudem macht eine Ein-/Ausfahrt an der vorgesehenen Stelle vor dem Hochhaus keinen Sinn. Die drei Untergeschosse des Hochhauses Nord dienen nebst der Technik der Parkierung. Anstelle einer maximalen Parkplatzzahl (201 PP) schlägt das Projekt ein kompaktes und damit wirtschaftliches Parking vor.
Brown Boveri Platz
Freiraumverwebungen
Mit der Verschiebung der angestammten Produktionsstätten und der einhergehenden Verlagerung zum Dienstleistungsstandort entwickelte sich die lange abgeschlossene Welt von Baden Nord zu einem offenen und lebendigen Quartier der Stadt. Der Einzug von neuen Firmen, von Wohn- und Konsum-nutzungen hat das Gesicht des ABB-Areals vollständig verändert. Das Aufbrechen der Arealgrenzen ist entlang der Hauptstrassen Brugger- und Haselstrasse ersichtlich. Der Strassenraum mäandriert in die angrenzenden Freiräume wie alter Friedhof am Martinsberg, Trafoplatz oder Schmiedeplatz und verwebt die Stadt mit dem ABB-Areal zu einem neuen Ganzen. Der Brown Boveri Platz führt diese Entwicklung weiter, öffnet sich zur Haselstrasse und sucht bewusst die Nähe zu Zentrum und Bahnhof.
Grundfläche und Setzungen
Baden Nord kann als grosse, bespielbare Asphaltfläche gelesen werden. Asphalt ist als Material äusserst robust und dennoch flexibel genug, um notwendige Ver-änderungen schnell umsetzen zu können. Die Asphaltfläche von Baden Nord wird von Volumen besetzt, welche schnell entstehen, sich verändern oder auch wieder vergehen können. Das vorgeschlagene Baumfeld reiht sich in den Kanon der Gebäude- und Baumvolumen ein und bildet einen selbstbewussten räumlichen Akzent innerhalb der Asphaltfläche. Die Asphaltfläche des ABB-Areals wird auch auf der Detailebene konsequent bis an den Strassenraum weiterentwickelt, so wird die Treppe zur Haselstrasse mit Stahlwangen und Auftritten aus Asphalt ausgeführt.
Topographie und Maschine
Die vorgefundene Topographie macht den Brown Boveri Platz einzigartig. Auch wenn die anstehenden Gefälle nicht übermässig stark erscheinen, so ergeben sich durch die Dimension des Platzes zwischen höchstem und tiefstem Punkt doch Höhenunterschiede bis zu 1.75 Metern. Der Platz wirkt demnach als schiefe Ebene. Die schiefe Ebene gehört in der Lehre der Physik wie der Flaschenzug oder die Schraube zu den einfachen Maschinen und erweist somit dem ehemaligen Produktionsstandort ABB seine Referenz. Der Umgang mit Topographie und Gefälle wird durch die Einführung einer virtuellen, horizontalen Ebene bei den Pflanz-trögen thematisiert. Direkt über der Tiefgarage gelegen benötigen die Bäume genügend Erdvolumen, um gedeihen zu können. Auf dem Platz werden deshalb in einem einfachen Raster 35 Betontröge angeordnet, welche als Grundkonstante dieselbe OK-Kote von 385.30 und das gleiche Volumen von 7,2 m3 Inhalt aufweisen. Die geneigte Asphaltebene hat zur Folge, dass der am höchsten gelegene Pflanzentrog bei einer Seitenlänge von 4.00 Metern eine sichtbare Höhe von 0.45 m aufweist, der am tiefsten gelegene Trog jedoch 1.65 Meter hoch ist und sich die Seitenlänge auf 2.09 Meter reduziert. Das Volumen von 7.2 m3 bleibt erhalten. Die Betonelemente werden als vorfabrizierte, scharfkantige und oberflächlich gespitzte Elemente ausgeführt.
Quelle
Innerhalb des Baumfeldes ist eine Quelle bodenbündig eingelassen, aus welcher unregelmässig Wasser tritt. Bedingt durch die Gefälle der schiefen Ebene sucht sich das Wasser einen Weg zwischen den Pflanzelementen hindurch bis zum tiefsten Punkt des Platzes. Hier wird es gefasst und «entschwindet» unter die Asphaltfläche. Wind, Blätter oder auch Kinderschuhe lassen das Wasser immer neue Richtungen finden auf seinem Weg über den Platz.
Zeichenhaftikeit
Das Baumfeld besteht aus mehrstämmigen Judasbäumen (Cercis siliquastrum) und bildet das verwunschene Gegenstück zur präzisen Behandlung der Horizonte und Ebenen. Im Frühjahr erscheinen vor dem Laubaustrieb tausende von rosa Blüten direkt aus dem Holz der Bäume und lassen Bilder von Japans Kirschblüten vor dem geistigen Auge erscheinen. Im Sommer treiben die herzförmigen Blätter, um sich im Herbst goldgelb zu färben. Im Winter erinnern die langen Schoten an südliche Gefilde und wecken die Sehnsucht auf den kommenden Frühling.
Tragwerkskonzept
Einfaches und bewährtes Tragwerk
Beide Hochhäuser Nord und Ost werden als Skelettbauten in Massivbauweise erstellt. Sie umfassen je 3 Untergeschosse sowie 14 bzw. 18 Erd- und Obergeschosse bei einer Grundfläche von jeweils rund 1000 m2. Die Gebäude werden mit einer vorgehängten Fassade aussen gedämmt, sodass das gesamte Tragwerk monolithisch und ohne aufwendige Anschlüsse von aussen liegenden Tragelementen erstellt werden kann. Das gewählte Tragwerkskonzept ist äusserst einfach, klar und bewährt. Es ermöglicht eine sichere und wirtschaftliche Umsetzung.
Durchlaufende Tragelemente
Die vertikale Lastabtragung erfolgt über den Lift- und Treppenhauskern, über Stützen in der Fassadenebene sowie einzelnen Stützenscheiben im Gebäudeinnern. Sämtliche vertikalen Tragelemente laufen systematisch über alle Geschosse bis zur Bodenplatte durch. Die infolge der Fassadenversprünge erforderlichen, geschossweise geringen Versätze der Stützen können von den Geschossdecken aufgenommen werden. Vorgesehen sind Schleuderbetonstützen mit einem Durchmesser von 40 cm in der Fassadenebene und Wandscheiben in Ortbeton von 25cm x 1.0m im Gebäudeinnern.
Schlaff armierte Geschossdecken
Die vertikalen Tragelemente sind so angeordnet, dass regelmässige Deckenfelder von rund 8.0m Spannweite entstehen. Die Geschossdecken tragen als schlaff bewehrte Flachdecken in Ortbeton mit einer konstanten Stärke von 32cm. Die Verteilleitungen der dezentralen Frischluftversorgung, welche in einem regelmässigen Raster zentrisch in die Decke eingelegt werden, bewirken eine Gewichtsreduktion von rund 7% ohne Einbusse an Tragfähigkeit und Steifigkeit. Dank des in der Fassadenebene kleiner gewählten Stützenabstands können die Decken ohne Randüber- bzw. -unterzug ausgeführt werden.
Aussteifender Kern und Fundation
Die Treppenhaus- und Liftkerne aus Ortbeton dienen neben der vertikalen Lastabtragung auch zur Stabilisierung der Hochhäuser gegen Wind und Erdbeben. Sie laufen über alle Geschosse durch, haben nach unten zunehmende Stärken (0.25 bis 0.40m) und sind in den 2 bzw. 3 Untergeschossen eingespannt. Die Untergeschosse werden mit ihren umlaufenden Stahlbetonwänden als steife Kisten ausgebildet. Die Fundationskote beider Hochhäuser liegt im tragfähigen Limmatschotter. Angesichts der hohen Fundationslasten ist voraussichtlich dennoch eine Pfahlfundation erforderlich.
Rechenzentrum
Das Hochhaus Ost überlappt in seiner nordwestlichen Gebäudeecke das bestehende, unterirdische Rechenzentrum. Vorgesehen ist in diesem Bereich die Abfangung von drei Fassadenstützen durch vorgespannte, 2 geschossige Stahlbeton-Wandscheiben im Erd- und 1. Obergeschoss, sodass das Hochhaus über dem Rechenzentrum auskragend ausgebildet werden kann. Diese Irregularität im Tragwerk wird zudem für die räumliche Ausformulierung der Eingangshalle verwendet. Für die weitere Bearbeitung ist dennoch zu prüfen, ob eine Durchdringung des Rechenzentrums bzw. ein bereichsweiser Rückbau möglich sind.
Energie- und Gebäudetechnikkonzept
Nachhaltigkeit – ein systemischer Ansatz
Nachhaltigkeit umfasst bekanntlich nicht nur ökologische, sondern auch soziale und ökonomische Aspekte. Ein nachhaltiges Gebäudekonzept misst sich deshalb nicht nur an seinen Energiekennwerten, sondern muss ebenso zu einer komfortablen Arbeitsumwelt beitragen und ökonomisch zweckmässig sein. Kurz: die zahlreichen Faktoren eines solchen Systems müssen zu einander abgewogen und in ein Gleichgewicht gebracht werden.
Bezogen auf die Hochhäuser Baden Nord wird dazu ein systemischer Ansatz gewählt, der den Betrachtungsperimeter über das einzelne Gebäude hinaus erweitert. Hierfür steht beispiels-weise die Absicht, den Strombedarf mit CO2-neutralem Labelstrom zu decken, der nicht notwendigerweise im Gebäude oder Areal produziert werden muss. Damit ist aber auch das Zusammenwirken von Ökonomie und Ökologie gemeint: so sollen beispielsweise die verhältnismässig tiefen Investitionskosten der einschaligen Fassadenkonstruktion, die Finanzierung einer Photovoltaikanlage auf den Dächern der beiden Hochhäuser erleichtern.
Wärmeversorgung – autark und exergetisch minimal
Der Heizenergiebedarf der beiden Minergie-Hochhäuser soll weitgehend autark gedeckt werden, so dass die fossil (evtl. langfristig mit Holz) erzeugte Nahwärme aus der Energiezentrale wenn überhaupt lediglich zur Spitzendeckung und als Redundanz genutzt wird. Neben der passiven Nutzung der anfallenden Solarwärme während der Heizperiode wird insbesondere die anfallende Abwärme (Arbeitshilfen, Beleuchtung etc.) aus der Abluft und aus dem Abwasser (z. B. FEKA-System) aktiv genutzt. Diese relativ hochwertigen Energiequellen (>20°C Quelltemperatur) gepaart mit einer Niedertemperaturheizung (<32°C) erlauben einen sehr effizienten Wärmepumpeneinsatz (COP > 7).
Die Nasszellen werden grundsätzlich nur mit Kaltwasser versorgt. Lediglich optional (Mieterausbau) wird die Möglichkeit eines Kleinboilers pro Nasszelle vorgesehen. Damit werden nicht nur kostenintensive Installationen (Warmwasser- und Zirkulationsleitungen) eingespart, sondern auch die laufenden Energieverluste durch Zirkulationssysteme vermieden.
Kälteversorgung – natürlich und einfach
Der Kühlenergiebedarf, welcher in modernen Bürogebäuden im Minergie-Standard auch energetisch eher als der Wärmebedarf massgebend ist, soll weitgehend mit freier Kühlung generiert werden. Zur Spitzendeckung bei sehr hohen Aussentemperaturen oder langen Hitzeperioden können die für den Heizbetrieb vorgesehenen Wärmepumpen als Kältemaschinen betrieben werden.
Mittels Hybridkühltürmen (Taupunktemperatur <21°C) auf dem Dach soll das natürliche Kühlpotenzial der Aussenluft adiabat bestmöglich genutzt werden. Die grossflächigen Decken ermöglichen auch im Kühlfall eine effiziente Hochtemperatur-Kühlung (>18°C) und gleichzeitig einen hohen Komfort mit angenehmen Raumlufttemperaturen (Zielwert <26°C).
Stromversorgung – CO2-frei und effizient
Der Strombedarf soll mittels CO2-frei erzeugter Elektrizität aus dem öffentlichen Netz (Labelstrom) und über Photovoltaikelemente auf dem Dach teilweise autark gedeckt werden. Die aktive Nutzung der solaren Energie ist in der weiteren Planung im Bezug auf deren Wirtschaftlichkeit zu prüfen. Sie ist für die Funktionalität der Hochhäuser zwar nicht zwingend aber allenfalls als sichtbares Element der Nachhaltigkeit auch bei nicht gegebener Wirtschaftlichkeit interessant.
Der massgebende interne Strombedarf soll mit der Berücksichtigung möglichst effizienter Bürogeräte sowie einer hohen Tageslichtnutzung und entsprechend gesteuertem Kunstlicht (Stehleuchten in den Büros, Deckenleuchten in Sitzungsbereichen) minimiert werden.
Es soll ein IT-Konzept mit bewusst zentralisierten Rechnereinheiten, d.h. nicht in den Arbeitsflächen anfallende Wärmelasten der CPU's, Transformatoren etc. und einer Virtualisierung der notwendigen Serverleistungen umgesetzt werden, die stark helfen den Gesamtstrombedarf minimal zu halten. Gleichzeitig wird damit der Kühlenergiebedarf entsprechend reduziert und der Raumkomfort nicht nur thermisch sondern auch akustisch (keine PC-Ventilatoren) stark verbessert.
Luftversorgung – schlank und bedarfsgerecht
Der Frischluftbedarf soll auf dem hygienisch erforderlichen Mass (25-36 m3/h und Person) gehalten und mit modularen CO2-Sensoren in der Abluft bedarfsgerecht variiert werden (stetig oder stufengesteuerte Ventilatoren). Die Zuluft wird zur Vermeidung flächenintensiver Zentralen und Steigzonen mit dezentralen Luftaufbereitungsgeräten im Fassadenbereich situiert (z. B. Airboxen mit je 100 m3/h). Die Abluft wird mittels modularen Stichrohren ab dem möglichen Einzelbüroperimeter auf die Abluftkanäle in der abgehängten Decke der Innenzonen und von da über einen zentralen im Vertikalschacht angeordneten Ventilator über Dach geführt.
Das Erdgeschoss (Foyer, Haupteingang) sowie die Untergeschosse (Parking, Lager, Technik etc.) werden mittels zentraler Lufterneuerungsanlagen versorgt. Deren Aussenluft- und Fortluftgitter sind in der Fassade des Erdgeschosses situiert. Die Fortluft des Parking wird mittels vertikalen Stelen über die Treppenhäuser in die notwendige Höhe geführt. Dies vermeidet flächenintensive Vertikalschächte in den beiden Hochhäusern.
Luftversorgung – schädliche Immissionen
Die externen Belastungen des Schienenverkehrs (Bremsstaub PM10) sowie der Abgase der Energiezentrale gilt es im speziellen zu beachten. Die Staubelastung durch den Schienenverkehr führt gemäss den Angaben der SBB zu einer Zusatzbelastung von 7-10% an stark befahrenen Eisenbahnstrecken bezogen auf den schweizerischen Mittelwert. Die zusätzlichen Staubbelastungen im Gebäudeinnern an Bahntrassen ist sehr klein, weil die Partikel gross sind und durch grobe Filter gut zurückgehalten werden. Die Auswechslung der Filter muss einmal im Jahr erfolgen.
Die Abgase der Energiezentrale stellen keine Probleme für die dezentrale Luftansaugung dar, da die lokale Strömungssituation dafür sorgt, dass die dem Heizwerk zugewendete Fassade nicht durch Abgase der Feuerung beaufschlagt wird.
Wärme-/Kälteabgabe und Akustik – integriert
Die Wärme- und Kälteabgabe erfolgt über thermisch aktivierte Decken mit raumnahen und deshalb exergetisch optimierten Temperaturen von ca. 18/21°C im Kühlfall und ca. 30/25°C im Heizfall. Die modularen, dem möglichen Büroraster entsprechenden und auf ca. 50% der Deckenflächen situierten externen Heiz- und Kühldeckensegel dienen nicht nur dem thermischen Haushalt, sondern sind insbesondere auch für die angenehme Raumakustik (geringe Nachhallzeiten) zuständig.
Nebst den thermisch und akustisch integrierten Funktionen lassen sich zusätzlich auch Kunstlichtelemente (z. B. LED-Deckenleuchten in Sitzungszimmern) integrieren und erlauben eine sehr hohe Nutzungsflexibilität.
Brandschutz – maximale Nutzungsflexibilität
Die Treppenhäuser werden mit den erforderlichen Überdrucklüftungen (separate Steigzonen) ab dem Dach erschlossen, um die Rauchfreiheit der Fluchtwege im Brandfall jederzeit zu gewähren. Für ein gutes Sicherheitsempfinden der Mitarbeiten sind alle Geschosse ganzflächig mit Sprinklersystemen ausgerüstet. Die Sprinklerung bringt zudem Vereinfachungen im Fassadenbereich (Brandüberschlag) und erlaubt vertikale offene Verbindungen über zwei und mehr Geschosse (Kommunikationsräume). Das Sprinklersystem wird als innovatives Hochdruckzerstäubersystem ausgelegt, was vergleichsweise kleine Rohrquerschnitte erlaubt.